Eine Frau steckt einen Stecker in eine Steckdose. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Oliver Berg/dpa)

Energiekosten im Südwesten Strompreise steigen deutlich an

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Im Südwesten werden 86 örtliche Stromanbieter ihre Tarife erhöhen, hat das Vergleichsportal Verivox ermittelt. Teilweise steigen die Preise bis zu 12,4 Prozent.

Spitzenreiter ist in Baden-Württemberg die ENRW Energieversorgung Rottweil mit einer Preiserhöhung von 12,4 Prozent im Grundversorgungstarif. Kunden zahlen dann jährlich bis zu 150 Euro mehr für 4.000 Kilowattstunden Strom – das ist der durchschnittliche Verbrauch eines Drei- bis Vierpersonenhaushalts. In Rheinland-Pfalz verlangen die Stadtwerke Kusel 11,7 Prozent mehr.

Preisänderungen in Baden-Württemberg
Energieversorgung RottweilGrundversorgungstarif12,4 %
Stadtwerke FreudenstadtGrundversorgungstarif11,4 %
Ziegler GmbHGrundversorgungstarif10,4 %
Klettgau-Rheintal GmbHGrundversorgungstarif10,1 %
Stadtwerke AltensteigGrundversorgungstarif10,1 %
Stadtwerke Lindau Lokales Angebot8 %
Stadtwerke LindauGrundversorgungstarif7,7 %

Nur wenige wechseln den Stromanbieter

Bei jeder Strompreiserhöhung haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Doch nicht mal jeder zweite Haushalt hat in Deutschland jemals den Stromanbieter gewechselt. Verbraucherschützer raten, zu günstigen Energieversorgern zu wechseln. Bei Strom gibt es keine Qualitätsunterschiede.

Preisänderungen in Rheinland-Pfalz
Stadtwerke KuselGrundversorgungstarif11,7 %
Stadtwerke SpeyerLokales Angebot6,9 %
Stadtwerke Bad BergzabernLokales Angebot6,8 %
Stadtwerke Bad DürkheimGrundversorgungstarif6,6 %

Durchschnittlich 70 Euro mehr im Jahr

Bundesweit erhöhen 419 Anbieter ihre Strompreise vor allem im Grundversorgungstarif durchschnittlich um 5,5 Prozent. In den von den Strompreiserhöhungen betroffenen Gebieten wohnen rund 12 Millionen Haushalte. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden muss dort mit Mehrkosten von durchschnittlich 70 Euro pro Jahr rechnen.

Insgesamt gibt es mehr als 1000 Energielieferanten, die mehrere Tarife anbieten. Grund für den Anstieg seien gestiegene Umlagen und Netzgebühren, sagen die Energieversorger. Verbraucherschützer halten dagegen, dass die Preise an der Strombörse – wo die Stromanbieter selbst den Strom einkaufen – um fast ein Drittel gesunken seien. Bislang habe aber noch kein Anbieter seine Tarife reduziert.

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