Mobiltelefone mit Ladekabel an der Steckdose (Foto: Colourbox, rufar)

Stromklau oder nicht? Wann Handy- oder E-Bike-aufladen am Arbeitsplatz strafbar ist

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Kurz mal das Mobiltelefon an den Strom hängen oder den Akku vom E-Bike im Büro laden – alles kein größeres Problem, denken viele. Ganz so einfach ist das aber nicht.

Private Geräte am Arbeitsplatz auf Kosten des Arbeitgebers aufladen – ob das Stromklau ist, hängt davon ab, was der Arbeitgeber dazu sagt. Erlaubt er, etwa private Handys im Büro aufzuladen, ist es kein Problem. Wenn er es aber nicht offiziell erlaubt und es auch nicht duldet, machen sich Arbeitnehmer tatsächlich strafbar. Das heißt nach Strafgesetzbuch Entziehen elektrischer Energie – also wirklich Stromklau. Dafür gibt es zwar nicht direkt die Kündigung, aber es kann eine Abmahnung daraus folgen. Wiederholungs-Täter können tatsächlich gekündigt werden. So haben die Gerichte zumindest bislang geurteilt.

Spannend ist hier aber der Begriff „dulden“. Wenn der Arbeitgeber in der Vergangenheit mitbekommen hat, dass der Beschäftigte regelmäßig sein Mobiltelefon lädt und er hat nichts dazu gesagt, dann hat er dieses Verhalten geduldet - dann wird es mit einer Begründung für Abmahnung und Kündigung schon schwieriger.  

Abmahnungsschreiben (Foto: SWR)
Stromklau kann schwerwiegende Folgen haben, wenn der Arbeitgeber nicht einverstanden ist.

So ist die Rechtslage beim E-Bike-laden, wenn man damit zur Arbeit fährt

Der Arbeitsweg ist nicht Sache des Arbeitgebers, sondern des Arbeitnehmers. Das heißt: Jeder ist selbst für die Energie, die das Fortbewegungsmittel für den Weg zur Arbeit braucht, verantwortlich. Einfach den E-Bike-Akku im Büro laden, nur weil man mit dem Rad zur Arbeit fährt, geht also nicht. Das wäre so, als ob man dem Chef den Sprit, den das eigene Auto für den Arbeitsweg verbraucht, in Rechnung stellen würde. Trotzdem sind viele Unternehmen kulant und erlauben das Aufladen von E-Bikes, denn im Zweifel profitieren sie von leereren Parkplätzen durch die E-Bike-Fahrer.  

E-Bike Akku (Foto: SWR)
Manche Arbeitgeber sind beim Akkuladen für Pedelecs kulant.

Probleme bei der Nutzung von elektrischen Geräten am Arbeitsplatz

Bei privaten Elektrogeräten am Arbeitsplatz geht es um Haftungsfragen, denn Arbeitgeber haben ihren Mitarbeitern gegenüber eine gewisse Verantwortung. Wenn der Chef erlaubt, dass Radios, Kaffeemaschinen oder Ventilatoren von Zuhause mitgebracht werden, muss er sich von da an, kurz gesagt, auch darum kümmern. Elektrogeräte können Schäden verursachen, zum Beispiel weil ein Kabel durchschmort. Dafür haftet dann eventuell der Arbeitgeber. Für ihn gilt: Alle Elektrogeräte müssen, bevor man sie benutzt, von einer Elektrofachkraft überprüft werden. Streng genommen würde das sogar für Mobiltelefone gelten. Auch anschließend muss regelmäßig die Sicherheit kontrolliert werden. Das ist der Hauptgrund, warum einige Unternehmen private Geräte pauschal verbieten.

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