Mehrfachsteckdose mit Geldscheinen umwickelt. (Foto: Getty Images, Getty Images/iStockphoto)

Strompreis auf Rekordhöhe So sparen Sie Geld beim Strom

Strom ist in Deutschland so teuer wie nie. Rund zwei Drittel der Grundversorger haben seit dem Jahreswechsel die Preise erhöht. So wechselt man den Stromanbieter und spart.

Die Strompreise sind in Deutschland so hoch wie nie. Das meldet das Stromvergleichsportal Verivox in Heidelberg. Seit Januar haben etwa zwei Drittel der Grundversorger die Preise für Privatverbraucher angehoben – im Schnitt um fünf Prozent.

Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch müsse laut dem Vergleichsportal Verivox dieses Jahr rund 60 Euro mehr für Strom ausgeben als 2018. Experten gehen davon aus, dass auch in den kommenden Monaten die Preise weiter steigen.

Strompreiserhöhung in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Betroffen sind auch die Verbraucher im Südwesten. Seit 1. April haben die Stadtwerke Emmendingen in Südbaden und die E-Werk Mittelbaden aus Lahr im Schwarzwald die Preise erhöht. Am 1. Mai zieht der Freiburger Energieversorger Badenova nach. Die EnBW, der größte Energieversorger Baden-Württembergs, hatte schon zum Jahreswechsel die Preise erhöht.

Energiewende im Südwesten (Foto: SWR, SWR)
Stromanbieter geben ihre Kosten an Verbraucher weiter. SWR

Bei den Stadtwerken Trier müssen die Kunden seit dem 1. März mehr für ihren Strom zahlen – vier Prozent mehr im Grundtarif. Auch beim Mainzer Grundversorger Entega sind schon am 1. Januar die Preise gestiegen.

Fragen an Michael Herr, SWR Aktuelle Wirtschaft

Warum ist der Strom gerade so teuer?

Die Stromversorger begründen die Preiserhöhung unter anderem mit gestiegenen Beschaffungskosten für Strom. Allerdings gehen die Preise, die die Versorger selbst an der Strombörse zahlen müssen, seit einigen Monaten sogar zurück. Experten meinen aber, dieser Preisrückgang sei bislang zu gering ausgefallen, als dass Haushalte davon profitieren würden. Die Versorger geben das zeitversetzt an die Verbraucher weiter.

Es gibt auch noch andere Faktoren, die für den Preis verantwortlich sind: Für ihren CO2-Ausstoß, die sogenannten Emissionsrechte, müssen die Unternehmen in der EU viel zahlen. Auch das kommt inzwischen beim Verbraucher an.

Wie können Stromkunden Geld sparen?

  • Indem man den Tarif oder Anbieter wechselt. Zunächst alle, die noch im Basistarif des lokalen Stromversorgers stecken: Der ist immer deutlich teurer als andere Tarife – da sollte man schleunigst wechseln. Das gilt aber auch für viele, die in anderen Tarifen sind, die Preise steigen ja gerade kräftig.
  • Wenn man eine Preiserhöhung bekommt, hat man als Kunde zwei Wochen lang ein Sonderkündigungsrecht und kann damit direkt aus dem Vertrag raus. Das lohnt sich fast immer. Neukunden bekommen eben oft bessere Verträge als alte Bestandskunden. Das kennen ja viele auch vom Handy- oder Internetvertrag. Da kann man locker 200 bis 300 Euro im Jahr sparen.
  • Bei der Suche nach dem günstigsten Anbieter kann die Verbraucherzentrale helfen. Die kennen nicht nur die besten Preise, sondern auch alle Fallstricke, die Anbieter in Verträge so einbauen.
  • Wem das zu viel Arbeit ist, bei jeder Erhöhung den Anbieter zu wechseln, der kann sich das mittlerweile auch abnehmen lassen von sogenannten Wechselservices. Esave, SwitchUp und Wechselpilot heißen die zum Beispiel. Sie versprechen, einen immer zum günstigsten Anbieter zu lotsen und übernehmen auch die gesamte Kommunikation mit dem Stromanbieter. Dafür bekommen sie eine Provision aus dem Ersparten. Für Leute, die wenig Zeit haben oder bequem sind, könnte das eine Lösung sein.

Spielt es für den Preis eine Rolle, ob ich Atomstrom oder grünen Strom habe?

Das ist nicht entscheidend. Es hängt tatsächlich vom einzelnen Tarif ab. Es gibt Ökostromtarife, die günstiger sind als manche konventionelle. Aber auch Anbieter wie Vattenfall, die in Deutschland – noch – Kernkraftwerke betreiben, erscheinen bei günstigen Anbietern oft weit oben im Ranking.

Ein Mann hält ein Klemmbrett und einen Stift in der Hand, als wolle er etwas notieren und schaut dabei auf einen Stromzähler. (Foto: Getty Images, Getty Images, Getty Images/iStockphoto)
Grüner oder Atom-Strom - beides gibt es günstig und teuer. Getty Images/iStockphoto

Gehen die Strompreise auch wieder runter?

Das ist schwer zu sagen. Kurzfristig sagen die meisten Experten, es bleibt bei den hohen Preisen, oder es könnte sogar noch etwas teurer werden. Sollte das auf Dauer so bleiben, könnte die Politik auch gegensteuern – mittelfristig zum Beispiel bei den Netzentgelten oder der EEG-Umlage. Da könnte der Bund einen Zuschuss an Verbraucher zahlen. Das würde den Preis merklich drücken.

Ein weiterer Faktor für den Strompreis ist die Konjunktur: Sollte die in Deutschland richtig einbrechen – was niemand hofft – würde die Nachfrage nach Strom aus der Wirtschaft sinken. Auch das könnte den Preis wieder drücken.

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