Geldscheine stecken in einem Sparbuch (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Daniel Karmann/dpa)

Sparen in Zeiten von niedrigen Zinsen Hat der Weltspartag seine Bedeutung verloren?

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Ende Oktober ist traditionell Weltspartag. Am 30. Oktober 2019 findet der bereits zum 94. Mal statt. In Zeiten mit niedrigen Zinsen fragen sich viele, ob sich das Sparbuch überhaupt noch lohnt.

Wer Geld übrig hat, kann es zur Bank bringen, bekommt aber so gut wie nichts mehr dafür. Beispielsweise 5.000 Euro bei einer italienischen oder schwedischen Bank angelegt, bringt in fünf Jahren etwa 1,5 Prozent Zinsen, aber das ist ja für die meisten Sparer keine Option.

Die Deutschen sparen dennoch mehr

Die sogenannte Sparquote, also was wir von unserem Einkommen zur Seite legen, war in den letzten Monaten wieder deutlich angestiegen. Das kann daran liegen, dass viele nicht wissen, was sie sonst mit ihrem Geld machen sollen. Oder sie sind unsicher, was die Zukunft bringt. Und auch die Schulden nehmen zu – vor allem für Hauskredite.

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Längst sind wir keine Sparweltmeister mehr

Die größten Sparer sind die Schweizer. Sie legen von 100 Franken 17 zurück. In Deutschland sind es nur 10 Euro von 100. In Deutschland haben übrigens die Hessen das meiste Geld auf dem Konto, gefolgt von den Baden-Württembergern, das hat gerade eine Umfrage der Postbank ergeben. Danach sind vor allem die 30- bis 40-jährigen auch eher bereit, ihr Geld in Aktien anzulegen. Viele Anlageexperten beklagen, dass die Deutschen ein bisschen Angst vor Aktien haben und deshalb Geld im Prinzip verschenken, aber das Risiko ist selbstverständlich auch höher.

Ein lachendes Sparschwein aus Porzellan (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)
Das Sparschwein hatte viele Jahre gut lachen. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Die Alternativen zum Sparbuch

Es gibt zahllose Möglichkeiten, Geld anzulegen. Aber man muss die finden, die zu einem passt, sagen Experten. Dabei gilt es wichtige Fragen zu klären: Wie lange will ich das Geld anlegen, wie groß ist das Risiko, das ich dafür eingehen will, will ich jeden Monat etwas ansparen oder eine größere Summe auf einmal.

Es gibt viele Bücher, im Internet auch Blogs, besonders für Frauen. Die Zeitschrift Finanztest gibt Hinweise und inzwischen kann man sein Geld auch einem Computer anvertrauen. Das Problem bei den Banken ist oft, dass sie nicht wirklich unabhängig beraten, sondern bestimmte Produkte verkaufen müssen. Es ist und bleibt also nicht einfach, sein Geld anzulegen. Eine Regel stimmt aber immer: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.

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