Frühspargel Lohnt sich der teure Kauf?

Offiziell ist noch keine Spargelsaison. Es gibt aber jetzt schon Frühspargel – von beheizten Feldern oder aus dem Ausland. Zugreifen oder liegen lassen?

Dauer

Die deutsche Spargelsaison beginnt je nach Wetterlage im Frühjahr eigentlich erst Mitte bis Ende April und geht bis zum so genannten "Johannistag" oder "Spargelsylvester" am 24. Juni. Trotzdem liegt jetzt schon der erste deutsche Spargel in den Supermärkten - der kommt jedoch meist von unterirdisch beheizten Feldern. Alternativ gibt es nur importierten Spargel aus Südeuropa oder Übersee.

Ökobilanz

Durch die Beheizung der Felder entstehen 3,6 Kilogramm CO2 pro Kilo erzeugten Spargel - wenn der Bauer extra dafür Heizungen, zum Beispiel Pelletheizungen, einsetzt. Wird Abwärme von benachbarten Industrieanlagen genutzt, verbessert das die Ökobilanz etwas: auf 1,7 Kilo CO2 pro Kilo Spargel.

Zum Vergleich: Saisonaler Spargel produziert etwa 0,7 Kilo CO2.

Spargel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Was für eine Ökobilanz hat Spargel von beheizten Feldern? picture-alliance / dpa -

Ist importierter Spargel besser?

Trotzdem kann es für die Umwelt dann tatsächlich immer noch besser sein, zu importiertem Spargel zu greifen: Kommt der beispielsweise aus Peru im Schiff zu uns, führt das nur zu Treibhausgasemissionen in Höhe von 1,3 kg CO2 (laut einer Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich).

Auf den Transport kommt es an

Europäischen Handelsdaten zufolge kommt aber die Mehrheit des Spargels aus Übersee jedoch mit dem Flugzeug. Hier sieht die Ökobilanz sehr ungünstig aus: 12 Kilo CO2 fallen hier pro Kilo Spargel - beispielsweise aus Peru - an. Das ist 17 mal mehr CO2, als bei saisonalem Spargel aus der Region freigesetzt wird.

In Deutschland gibt es keine Kennzeichnungspflicht, die den Verbraucher darüber informieren würde, wie der Spargel zu uns transportiert wurde.

Filmautorin: Sonja Kolonko
© SWR Marktcheck

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