Smarte Einbruchsicherung Schützen die Geräte wirklich?

Marktcheck macht den Test

Zahlreiche Smart Home Überwachungssysteme sind derzeit auf dem Markt. Marktcheck zeigt, was sie kosten und ob sie unser Zuhause wirklich effektiv schützen.

Dauer

Die Tage werden kürzer - und viele Menschen sorgen sich um die Sicherheit ihrer Wohnung. Sogenannte Smart Home Systeme können dabei helfen, Heizkosten zu sparen, Lichter an und auszuschalten - und eben auch vor Einbrechern schützen. So können etwa Bewegungsmelder Einbrecher registrieren und daraufhin das Licht anschalten oder die Rauchmelder als Alarmanlagenton umfunktionieren. Die Smart Home Systeme senden daraufhin eine Nachricht an das Smartphone des Nutzers, der daraufhin die Polizei verständigen kann. Auch gibt es die Möglichkeit, Sensoren an Türen oder Fenstern anzubringen, die Alarm schlagen, wenn Unbefugte die Türen oder Fenster öffnen.

13 Systeme im Labortest

Das AV-TEST Institut hat 13 Smart Home Systeme getestet, die auch vor Einbrüchen schützen sollen. Dabei prüften die Tester Produkte in einer Preisspanne von 50 bis über 450 Euro. Berücksichtigt wurden dabei nicht nur die Effektivität in der Einbruchbekämpfung, sondern auch der Datenschutz. Alle getesteten Produkte sind Smart Home Starter Kits, die Sicherheitsfeatures bewerben, aber auch andere Funktionen bieten. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier.

Externe Kommunikation

Die Tester prüften unter anderem, wie die Datenkommunikation zwischen den einzelnen Geräten im Haus abläuft und wie sicher das System mit dem Smartphone kommuniziert. Ein Augenmerk lag auch auf der Sicherheit bei der Update-Funktion. Das Labor testete nicht nur die Kommunikation zum Smartphone, sondern prüfte auch die gelieferte Hardware auf mögliche Schwächen und Angriffspunkte. Die Hälfte der getesteten Produkte zeigte in diesem Bereich Schwächen. Zum Teil haben die Tester die Hersteller bereits im Januar 2017 auf die Schwachstellen hingewiesen.

Lokale Kommunikation

Die Überprüfung der lokalen Kommunikation, also der Kommunikation zwischen Zentrale und App, bestanden fast alle Produkte. Fünf Produkte bieten eine entsprechende Kommunikation gar nicht an. Die Geräte von vier Herstellern wiesen Sicherheitslücken auf, zwei sogar deutliche. So kommunizierte ein Smart Home System über veraltete und unsichere Netzwerkprotokolle. Der Hersteller lieferte sein Produkt mit dem Standardzugang und -passwort admin/admin aus, ohne dem Verbraucher einen Passwortwechsel zu ermöglichen. Dadurch könnten Einbrecher die Sirene sehr einfach deaktivieren. Im anderen Fall konnten die Tester den Login, ohne den Nutzernamen und das Passwort zu kennen, ausführen und den Alarm abschalten.

App-Sicherheit

Die meisten Hersteller speicherten die sensiblen Nutzerdaten verschlüsselt ab oder sicherten sie in geschützten Bereichen auf dem Smartphone ab. Bei einigen Systemen wurden die Daten allerdings nicht sicher gespeichert.

Datenschutz

Die Hälfte der Hersteller nahm den Datenschutz nicht ernst. Fünf Hersteller verstießen gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und kamen ihren Auskunfts- und Informationsrecht gegenüber den Kunden nicht genügend nach.

Sabotageschutz

Beim Sabotageschutz schnitten fast alle Geräte nur mittelmäßig oder schlecht ab. Lediglich ein Produkt wurde von den Testern mit "gut" bewertet. Die Tester verwiesen aber darauf, dass es sich nicht um "professionelle Alarmanlagen handelt". So konnten manche Fenster- und Türsensoren überlistet werden, in dem die Bewegungen langsam ausgeführt wurden. Die Geräte schlugen daraufhin keinen Alarm. Andere Geräte versagten, wenn ihnen der Strom abgestellt wurde.

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder.

Filmautor: Julian Gräfe und Marcel Kolvenbach | Online: Thomas Oberfranz
© SWR Marktcheck

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