Smart Speaker von Google und Amazon So lassen sich Aufnahmen auf Sprachassistenten löschen

Mitarbeiter hören Sprachbefehle ab und analysieren sie. Das ist nicht nur bei Amazons Alexa der Fall, sondern auch bei Sprachassistenten von Google. So können Sie sich schützen.

Was ist das Problem, wenn so ein Smart Speaker ungefragt startet?

Das aktuelle Datenleck hat gezeigt: Das kommt ziemlich häufig vor, dass mir jemand heimlich zuhört, bei allem was ich daheim tue. Jede 500. Aufnahme hören sich Mitarbeiter von Google oder Partnerfirmen zu Analysezwecken an. Da sind die privatesten Gespräche dabei: von persönlichen Krankheiten und Gesprächen über das Liebesleben bis hin zu Streitigkeiten. Denn etwa jede achte Aufnahme wird gestartet, ohne dass das Signalwort ‚OK Google‘ oder ‚Hey Alexa‘ fällt. Selbst wenn die Aufnahme bewusst gestartet wird – da ruft auch mal jemand Pornos aus dem Internet ab. All das hören sich Mitarbeiter von Google an. Bei Amazons Assistentin Alexa ist das nicht anders.

Sprachassistenten gibt es von verschiedenen Firmen, auch von Google. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Britta Pedersen/ZB/dpa)
Sprachassistenten gibt es von verschiedenen Firmen, auch von Google. picture alliance/Britta Pedersen/ZB/dpa

Lauschen die digitalen Assistenten also heimlich mit?

Nein. Das Mikrofon in so smarten Lautsprechern, das läuft zwar immer, die Aufnahme startet aber nur, wenn das Gerät glaubt, das Signalwort ‚OK Google‘ oder ‚Hey Alexa‘ zu verstehen. Nur dann werden Daten an die Server bei Google oder Amazon übertragen. Klar, diese Aufnahmen werden analysiert und für zielgenaue Werbung benutzt.

Die Vermutung, dass auch alles andere heimlich abgehört wird, das ist zumindest bisher ein reines Gerücht. Das gibt es auch immer mal wieder rund um Facebook, Instagram und WhatsApp, dass die Apps heimlich mithören. Nachweisen konnte das den Unternehmen, zumindest bisher, niemand.

Was kann ich gegen dieses Abhören tun?

Wirklichen Schutz gibt es am ehesten, indem man auf so einen Smart Speaker verzichtet. Wer aber findet, ohne digitalen Assistenten geht es nicht, kann zumindest Signaltöne einschalten. Dann kommt jedes Mal, wenn das Gerät sich aktiviert, irgendein Pling, und ich werde gewarnt, bevor die Aufnahme startet. Das können aber Geräte von Drittanbietern oft nicht.

Oder aber wir schalten einfach die Stimmerkennung aus und starten den Assistenten nicht auf Zuruf, sondern mit einem Knopf am Lautsprecher. Das schränkt aber den Komfort deutlich ein, wenn man immer hinlaufen muss.

Wie kriege ich raus, was Google über mich hat? Und wie kann ich das löschen?

Sowohl bei Google als auch bei Amazon geht das Anhören einfach in den Einstellungen. Bei Google heißt das ‚Sprach- und Audioaktivitäten‘. Bei Amazon liegen die Aufnahmen im Alexa-Menü unter ‚Verlauf‘. Es lohnt sich auf jeden Fall, die regelmäßig anzuhören – einfach um ein Gefühl dafür zu kriegen, was Google und Amazon alles mithören und speichern. Wer will, kann die Aufnahmen dann dort auch mit einem Klick löschen.

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