Leckerer Snack Salzbrezeln im Check

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Nach Kartoffelchips und Keksen sind Salzgebäcke die beliebtesten Snacks der Deutschen. Wie werden sie hergestellt, wie gesund sind sie – und welche Salzbrezel schmeckt am besten?

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Testkandidaten

Es treten fünf verschiedene Produkte aus dem Supermarkt und vom Discounter an:

Salzbrezeln im Check

Salzbrezeln von Huober für 1,82 Euro und von Lorenz für 1,11 Euro pro Packung (Foto: SWR)
Zwei Markenprodukte: Huober in Bio-Qualität für 1,82 Euro und die Saltletts von Lorenz für 1,11 Euro, jeweils für 200 Gramm Bild in Detailansicht öffnen
Sowie drei Eigenmarken: "Ja!" von Rewe, "Gut&Günstig" von Edeka und die Salzbrezeln von Aldi-Süd, alle für je 39 Cent pro 200 Gramm Bild in Detailansicht öffnen

Ergebnis des Geschmackstests

Auf dem SWR Familienfest in Heilbronn haben mehr als 665 Besucher die verschiedenen Salzbrezeln probiert und abgestimmt. Das Ergebnis:

  • Sieger sind die Saltletts von Lorenz mit 187 Stimmen.
  • Knapp dahinter mit 180 Stimmen kam die Knabberei in Bioqualität von Huober.
  • Deutlich günstiger und trotzdem lecker fanden die Besucher die Eigenmarke von Aldi Süd und vergaben 157 Stimmen.
  • Die „Gut&Günstig“-Brezeln von Edeka kamen auf 81 Stimmen.
  • Und Schlusslicht wurde die Rewe Eigenmarke “Ja“ mit nur 60 Stimmen.

Was steckt drin?

Hauptzutaten von Salzbrezeln sind Weizenmehl, Fett und Salz. Und vor allem das viele Salz ist für den Ernährungsmediziner Matthias Riedl ein Problem.

Matthias Riedl, Ernährungsmediziner (Foto: SWR)
Matthias Riedl, Ernährungsmediziner

 „Einige enthalten bis zum doppelten der maximal empfohlenen Salzaufnahme am Tag. Und wir essen ja dann noch andere Dinge, die auch Salz enthalten. Das ist sozusagen ein Overkill an Salz. Völlig ungesund.“

Matthias Riedl, Ernährungsmediziner

Viel, viel Salz!

Empfohlen werden 2 bis 3 Gramm Salz pro Tag. Im Produkt von Gut und Günstig finden wir satte 5,5 Gramm pro 100g.  Am wenigsten bei Huober mit immer noch 3,8 Gramm. 

Lorenz wirbt mit Meersalz. Setzt aber größtenteils normales Kochsalz ein. Wir fragen beim Hersteller nach, wie das sein kann.  

 „Nicht alle Laugengebäck-Produkte, die auf dem Markt erhältlich sind, enthalten Meersalz, sodass wir die Konsumenten auf diese Besonderheit hinweisen möchten.“ 

Stellungnahme The Lorenz Bahlsen Snack-World GmbH & Co KG Germany

Kritisches Palmöl

Ebenfalls keine gesunde Zutat ist das Fett. Lorenz setzt als einziger Kandidat auf Rapsöl statt auf günstiges Palmfett. Ein Plus-Punkt für Lorenz, denn: 

„Im Palmöl sind die gesättigten Fettsäuren höher konzentriert als im Rapsöl. Und diese gesättigten Fettsäuren verschlechtern unsere Blutfette und beschleunigen die Arterienverkalkung, damit auch das Altern. Und auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Und dagegen wirkt Rapsöl geradezu. Deshalb ist Rapsöl immer eine gesunde Empfehlung. Und ich persönlich würde Palmöl-Produkte immer im Regal stehen lassen.

Matthias Riedl, Ernährungsmediziner

Warum setzt gerade Huober mit seinem Bio-Produkt auf das in der Kritik stehende Palmfett?

„Es ist oxidationsstabil, hitzebeständig. Und wir können damit eben auch die Haltbarkeit hinbekommen, die für so eine Dauerbackware entscheidend ist.  Wir haben eine Bezugsquelle. Das Palmöl wird dort unter Bio-Voraussetzungen angebaut.“

Arlend Huober, Geschäftsführer Huober Brezel GmbH

Vergleich mit Knabber-Klassikern wie Chips, Flips oder Erdnüssen

Salzbrezeln sind kein gesunder Snack, aber vielleicht sind sie weniger ungesund als andere Knabber-Klassiker wie Chips, Flips oder Erdnüsse. Was hat am meisten Kalorien auf 100 Gramm?

Salzbrezeln, Chips, Flips und Erdnüsse mit Kalorienangaben (Foto: SWR)
  • Mit rund 620 Kalorien pro 100 Gramm sind die Erdnüsse auf Platz eins.
  • Im Mittelfeld liegen Chips mit 535 und Flips mit 529 Kalorien.
  • Die Brezeln haben im Vergleich nur 407 Kalorien.

Trotzdem rät Ernährungsmediziner Matthias Riedl aufgrund des hohen Salzgehaltes vom Verzehr der Brezeln ab. Wer aber nicht auf die Knabberei verzichten mag, sollte höchstens 30 Gramm essen, dann hält sich auch die Salzmenge noch in Grenzen.

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