Ein geräumter und für die errichtung einer Palmöl-Plantage vorbereiteter Landstrich bei Rokan Hulu.  (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Rony Muharrman/EPA/dpa)

Brandrodung Palmölplantagen verschlingen den Regenwald

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Für Ölplantagen wird weltweit massenhaft Regenwald brandgerodet. Auch durch die 75.000 Feuer, die derzeit im Regenwald Amazoniens wüten, sollen neue Flächen gewonnen werden.

Für Ölplantagen und Weideland werde jährlich in Südamerika und in Südostasien massenhaft Regenwald-Gebiete zerstört. In Südostasien betrifft es vor allem Malaysia und Indonesien. Die weltweiten Brandrodungen führen zu gefährlichem Smog. Außerdem hat die Zerstörung der Wälder fatale Folgen für das Klima. 

Menschenrechte werden verletzt – Lebensräume vernichtet

Dazu können Menschenrechtsverletzungen wie die Vertreibung von Ortsansässigen oder Kinderarbeit kommen. Auch die Artenvielfalt leidet: Weil sein Lebensraum zerstört wird, ist der Orang Utan vom Aussterben bedroht.

Ein Orang-Utan in einer Forschungsstation im Tanjung Puting National Park in Indonesien.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Lebensraum des Orang Utans, der zur Familie der Menschenaffen zählt, wird immer kleiner. Picture Alliance

Palmöl ist in der Hälfte aller Supermarkt-Artikel

Palmöl steckt etwa in jedem zweiten Produkt aus dem Supermarkt. Es ist zum weltweit wichtigsten Pflanzenöl geworden, weil es billig ist und vielseitig einsetzbar. Denn Palmöl ist bei Zimmertemperatur immer noch fest - ideal zum Verarbeiten in Brötchen, Chips, Keksen, Kuchen, Margarine, Müsli, Pizza und anderen Fertiggerichten. Auch in Tütensuppen und etlichen anderen verarbeiteten Lebensmitteln ist Palmöl oft enthalten.

Fast in jeder Creme und jedem Waschmittel

Palmöl ist auch in Kosmetika wie Cremes und Lippenstiften enthalten. Und weil sich aus Palmöl Tenside herstellen lassen, ist es auch in vielen Reinigungsprodukten enthalten. Denn Tenside sind waschaktive Substanzen, die dafür sorgen, dass sich Dreck im Wasser besser ablöst. Deshalb ist Palmöl also auch in Waschmitteln, Shampoos und Duschgel. Dazu kommt noch: Palmöl ist auch in Kerzen, Schmiermitteln, in Farben oder Lacken.

Blick über eine Palmölplantage auf Sumatra in Indonesien  (Foto: dpa Bildfunk, Fletcher Baylis)
Fletcher Baylis

Palmöl darf sich nicht mehr auf der Verpackung verstecken

Das Vermeiden von Palmöl ist fast unmöglich. Bei Lebensmitteln zumindest muss es seit einem knappen Jahr auf der Zutatenliste angegeben werden. Vorher konnten die Hersteller Palmöl hinter dem allgemeinen Begriff Pflanzenöl verstecken. Das geht jetzt glücklicherweise nicht mehr.

Schokoladen-Creme in weißer Schüssel (Foto: Colourbox)
Nuss-Nougat-Creme kann man selbst machen – oder auch ohne Palmöl kaufen.

Vollständiger Verzicht ist schwierig

Verarbeitete Lebensmittel ohne Palmöl zu finden, ist schwierig. Aber man kann drei Tipps beachten:

  1. Möglichst viel selbst kochen und backen. Helfen kann außerdem die Internetseite Umweltblick.de, die eine umfangreiche Produktdatenbank mit palmölfreien Produkten aus allen Bereichen bietet.
  2. Palmölfreie Schokocreme schmeckt auch lecker. Und wer die Zeit hat, kann Nuss-Nougat-Creme auch selbst machen.
  3. Darüber hinaus gibt es bereits nachhaltig zertifiziertes Palmöl. Das lässt sich an einer stilisierten Palmenkrone und der Abkürzung RSPO erkennen. Die Abkürzung steht für eine Initiative der Umweltorganisation WWF, für den Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl. Das Umweltzeichen ist durchaus umstritten. Aber immerhin macht das Label auf das Thema aufmerksam.
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