Bis 16 Euro pro Stunde werden mancherorts für eine Putzhilfe gezahlt. (Foto: dpa Bildfunk, SWR, picture alliance / dpa / Norbert Försterling)

Hohe Schwarzarbeitsquote bei Haushaltshilfen Putzhilfen arbeiten fast immer schwarz

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Knapp 90 Prozent aller Putzhilfen in deutschen Haushalten arbeiten schwarz. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln.

Etwa 3,3 Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigen eine Hilfe, fürs Putzen, Aufräumen oder Einkaufen. Die Allermeisten, etwa 2,9 Millionen davon, machen das schwarz. Auf diese Zahl kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Köln nun in einer aktuellen Veröffentlichung.

Anteil der Schwarzarbeit sogar leicht gesunken

Damit ist der Anteil der Schwarz-Arbeitenden in den vergangenen Jahren tatsächlich leicht zurückgegangen. Denn durch die steuerliche Absetzbarkeit von sogenannten „haushaltsnahen Dienstleistungen“ gibt es zum einen inzwischen finanzielle Anreize zur legalen Beschäftigung von Haushaltshilfen. Zudem ist das Anmeldeverfahren über die Minijobzentrale des Bundesagentur für Arbeit auch deutlich einfacherer geworden.

Aber der Arbeitsplatz Privathaushalt sei immer noch weit davon entfernt, ein normaler Arbeitsplatz zu werden, so das IW Köln. Die Untersuchung zeigt auch, dass es oft die Haushaltshilfen selbst sind, die nicht angemeldet werden möchten. Es sei vielerorts unmöglich, eine Putzfrau zu finden, die sich anmelden lasse, heißt es in der Studie.

Wenn Schwarzarbeit auffliegt, droht großer Ärger

Am häufigsten fliegt die illegale Beschäftigung einer Putzkraft durch einen Unfall auf. Aber der dafür zuständige Zoll bekommt auch immer wieder Hinweise von Nachbarn.

Wer eine geringfügig beschäftigte Haushaltshilfe nicht anmeldet und damit schwarz beschäftigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dies wird mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro bestraft. Hinzu kommen für die Arbeitgeber dann noch die fälligen Nachzahlungen für Steuern und die Sozialversicherung. Der Putzhilfe drohen in dem Fall selten Konsequenzen.

Nur wenn jemand gewerblich seine Dienste schwarz anbietet oder auf ein entsprechendes Angebot eingeht, kann auch angeklagt werden. Dann drohen saftige Geldstrafen bis hin zur Haft auch den illegal arbeitenden Putzkräften.

Gefahr erwischt zu werden bleibt allerdings gering

Die Gefahr, erwischt zu werden, ist laut Experten allerdings eher gering. Denn zum einen können die Kontrolleure nicht einfach so an der Wohnungstür klingeln. Zum anderen hat der Zoll derzeit gar nicht genügend Personal um all den möglichen Verdachtsfällen überhaupt nachgehen zu können.

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