Professionelle Diebe Die Methoden der Trickdiebe im Supermarkt

Trickdiebe arbeiten in Teams: Während einer den Kunden ablenkt, greift der andere zu. Mit ein paar einfachen Tipps können Sie sich davor schützen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Trickdiebe haben sich raffinierte Methoden ausgedacht und arbeiten in Teams zusammen, um zu ihrer Beute zu gelangen.
„In der Regel sind es immer Teams, die gemeinsam klauen. Das heißt einer beobachtet, der andere greift zu, der andere transportiert die Ware ab, dann gibt es noch einen, der von weiter hinten beobachtet, ob eventuell die beobachtet werden. Also Minimum drei oder vier Leute sind es immer, wenn das Profis sind", sagt Giovanni Alecci, Zauberkünstler und Show-Dieb, der auch mit der Polizei zusammenarbeitet.

Trick 1: der Hilfesuchende

Während ein Täter das Opfer in ein Gespräch verwickelt und beispielsweise um Rat fragt, greift ein Komplize zu.

Trick 2: der Tollpatsch

Einer der Diebe sorgt für einen großen Einkaufsunfall und rutscht zum Beispiel mit samt seinen vermeintlichen Einkäufen neben dem Opfer aus. Während der Kunde beim Auflesen hilft, erbeutet ein Mittäter die Wertgegenstände des Opfers.

Trick 3: der Unfall

Der Trickdieb folgt seinem Opfer durch den Supermarkt und wirft unmittelbar hinter diesem einen Artikel aus dem Regal. Das Opfer wiederum denkt, es sei am Regal hängengeblieben und hebt die Produkte auf. Währenddessen klaut der Dieb Smartphone, Geldbörse oder Handtasche.

Ein Mann sitzt nach einem Sturz auf dem Boden des Supermarktes, lenkt damit die Aufmerksamkeit einer Supermarktkundin auf sich, während ein anderer Mann die Frau beklaut. (Foto: SWR)
Der Trickbetrüger (links) lenkt die Supermarktkundin ab, während der Komplize (rechts) sie beklaut.

„Der Trick beim Trickdieb ist die Ablenkung. Es reicht eine Sekunde, um so ein Portemonnaie zu stehlen. Das ist das, was die meisten Menschen unterschätzen. Sie sind der Meinung, sie haben ihre Wertsachen immer im Blick, aber es passiert was, man dreht sich nur kurz um und schon ist das Portemonnaie weg.“

Giovanni Alecci, Zauberkünstler und Show-Dieb,

Eine Übersicht zu weiteren Tricks finden Sie auf den Seiten der polizeilichen Kriminalprävention.

Häufig brauchen Trickbetrüger aber nicht einmal derart ausgefeilte Tricks, da viele Kunden ihre Handtasche sorglos im Einkaufswagen liegen lassen, während sie aus einem benachbarten Supermarktregal Produkte holen. Für die Diebe eine leichte Beute.

Ein Smartphone schaut aus der Gesäßtasche raus. (Foto: SWR)
Das Smartphone ist in der Hosentasche vor Dieben nicht sicher.

So beugen Sie Diebstahl vor

Die Polizei gibt Tipps und Verhaltensregeln, wie man sich vor Taschendieben schützen kann.

  • Legen Sie Geldbörsen nicht oben in Einkaufstasche, Einkaufskorb oder Einkaufswagen, sondern tragen Sie sie ihn möglichst körpernah.
  • Nur so viel Bargeld mitnehmen, wie man benötigt.
  • An der Kasse darauf achten, dass andere Kunden Abstand halten.

Generelle Tipps gegen Taschendiebe

  • Bei genauer Beobachtung lassen sich potentielle Diebe am typisch suchenden Blick erkennen: Sie meiden direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute.
  • Wertsachen in verschließbaren Innentaschen dicht am Oberkörper tragen. Geld, Kreditkarten und Papiere möglichst in unterschiedlichen Innentaschen verstauen, damit bei einem Diebstahl nicht alles auf einmal weg ist. EC-Karte und PIN-Nummer nie gemeinsam aufbewahren.
  • Hand- und Umhängetaschen immer verschließen und so tragen, dass die Öffnung zum Körper zeigt. Möglichst auf der Körpervorseite tragen oder unter den Arm klemmen. Brustbeutel, Gürtelinnentaschen, Geldgürtel oder am Gürtel angekettete Geldbörsen sind sicherer, als gewöhnliche Taschen. Taschen möglichst nicht auf dem Rück- oder Beifahrersitz abstellen und misstrauisch werden, wenn Sie Fremde in Gespräche verwickeln.

Was nach einem Diebstahl zu tun ist

Wenn es doch zu einem Diebstahl gekommen ist, gilt es, schnell zu handeln, rät die Polizei.

  • Machen Sie andere Personen auf den Dieb aufmerksam und fordern Sie Umstehende direkt zur Mithilfe auf. Organisieren Sie Hilfe.
  • Kümmern Sie sich um das Opfer.
  • Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung. Wenn Sie selbst Opfer geworden sind, notieren Sie die Kontaktdaten von Zeugen, die etwas beobachtet haben.
  • Melden Sie den Vorfall unter der Nummer 110 der Polizei.
  • Die Bundespolizei bietet unter folgender Telefonnummer eine kostenlose Hotline: 0800 / 6 888 000.
  • Gestohlene EC-Karten, Kreditkarten und SIM-Karten unter der zentralen Notrufnummer 116 116 sperren lassen. Wenn Sie sich im Ausland befinden, wählen Sie 0049 / 116 116. Alternativ geht im Ausland auch die Nummer 0049 / 30 / 4050 40 50.

Einige Kartenanbieter haben sich nicht dem Sperr-Notruf angeschlossen. In diesem Fall können Sie Sperrungen unter folgenden Nummern veranlassen:

  • für Zahlungskarten/Debitkarten (früher EC-Karte): +49 1805 021 0211
  • für die Mastercard (nur Deutschland): 0800 819 1040*
  • aus anderen Ländern (R-Gespräch): +1 - 636 7227 111
  • für die VISA-Card (nur Deutschland): 0800 811 8440**
  • aus anderen Ländern (R-Gespräch): +1 303 - 9671 096
  • für die American Express-Karte: +49 69 97 97 2000
  • für die Diners Club-Karte: +49 7531 3633 1113

Alle Angaben ohne Gewähr
*14 Cent pro Minute (inklusive Umsatzsteuer) aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkhöchstpreis 42 Cent pro Minute (inklusive Umsatzsteuer). Abweichende Gebühren aus dem Ausland.
** Kostenfrei aus dem deutschen Festnetz. Abweichende Gebühren aus dem Ausland und über Mobilfunk.

Informieren Sie sich vorsorglich, welcher Sperr-Notruf für Ihr Kreditinstitut gilt!

Die Polizei kann ihre Debitkarte (früher als EC-Karte bezeichnet) auch durch das sogenannte KUNO-Sicherheitssystem zeitnah für das elektronische Lastschriftverfahren sperren, für das nur eine Unterschrift und keine PIN-Nummer benötigt wird.

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