Preiskampf um Drogerieprodukte Kehrtwende bei der Preispolitik von dm?

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Dm verabschiedet sich vom Prinzip des Dauerniedrigpreises. Künftig entscheidet jede Filiale selbst über die Preise. Seit Februar sind diese teilweise stark angestiegen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Die Drogeriemarktkette dm hat ihre bisherige Strategie der Dauertriefpreise aufgegeben. Künftig sollen die einzelnen Filialen selbst die Preise bestimmen dürfen. Das heißt, nicht in jedem dm-Markt ist es gleich günstig oder teuer. Ist das heute schon so?

Umfeld des Drogeriemarktes wichtig für Preisbildung

Wir haben die Preise in sechs dm-Filialen in und um Stuttgart und Mainz überprüft. Bisher gab es hier noch keine Abweichungen, weder bei den ländlichen Geschäften noch bei den Filialen in der Innenstadt. Alle Preise stimmten überein.

„Wenn man in unterschiedlichen Filialen unterschiedliche Preise nehmen möchte, dann spielt das Umfeld des jeweiligen Marktes eine große Rolle. Wenn es dort zum Beispiel viel Konkurrenten gibt, dann kann man seine Preise nicht so stark erhöhen, wie wenn dort kein Konkurrent noch am Platz ist. Oder wenn die Kosten dort höher sind, dann muss man vielleicht höhere Preise verlangen. Wenn die Kunden mehr Kaufkraft haben, weil es eine wohlhabende Region ist, (...) dann kann man höhere Preise verlangen, die die Kunden zahlen werden. In ländlichen, ärmeren Regionen geht das vielleicht nicht.“

Alexander Hennig, Handelsexperte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Onlineshop von dm teurer als Filiale

Im deutschlandweit gültigen Onlineshop von dm sind die Preise unserer 20 Testprodukte schon gestiegen und teurer als in den von uns untersuchten Filialen. Fast jeder dritte Artikel unserer Stichprobe kostet im Internet bereits mehr als vorher. Laut der Lebensmittelzeitung hat dm im September bereits die Preise von mehr als 1.000 Artikeln in seinem Onlineshop angehoben.

Warenkorb von dm, Rossmann und Müller im Vergleich

Wir vergleichen die Preise unseres Warenkorbs bei dm, Rossmann und Müller. Im Februar hatten wir die Preise schon einmal untersucht, damals war Müller in der Stichprobe am teuersten und dm am günstigsten. Seitdem sind die Preise in allen drei Drogeriemarktketten gestiegen, am stärksten bei dm. Unser Warenkorb im September war bei Rossmann am günstigsten.

Auf einer Tafel sind die Logos von Müller, dm und Rossmann zu sehen. Daneben stehen der Preis und der Preisanstieg. Müller wurde um 3,6% teurer, dm um 5,2% und Rossmann um 3,9%. (Foto: SWR)
Preisvergleich bei dm, Rossmann und Müller: Unser Warenkorb, bestehend aus 20 Artikeln, hat sich zwischen Februar und September 2019 in allen drei Drogeriemarktketten verteuert. Im Februar war dm in unserer Stichprobe noch am günstigsten.
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