Ladekabel steckt in E-Auto (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Investition in Elektromobilität Bundesregierung will Kaufprämie für E-Autos verlängern

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Der sogenannte Umweltbonus sollte der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Die Nachfrage war gering. Dennoch plant die Bundesregierung, die Kaufprämie zu verlängern.

Bislang ist die Kaufprämie für E-Autos kaum gefragt. Von den 1,2 Milliarden Euro, die die Bundesregierung als Fördersumme bereitgestellt hatte, wurde erst etwa ein Drittel abgerufen. Nun sollen potentielle E-Auto-Käufer mehr Zeit bekommen: sie können bis Ende 2020 Anträge auf den Umweltbonus stellen.

Fördersumme erhöht sich nicht

Insgesamt bleibt die Fördersumme allerdings gleich. Der Kauf von reinen Batterieautos wird mit 4.000 Euro, von Hybridautos mit 3.000 Euro unterstützt. Die Prämie tragen Bund und Autoindustrie je zur Hälfte. Eigentlich hatte sich unter anderem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für eine Erhöhung der Förderung stark gemacht, er wollte beispielsweise bei kleinen E-Autos den staatlichen Teil der Förderung verdoppeln.

E-Autos nach wie vor unbeliebt

Mann greift nach einem Stecker an einer Ladesäule für E-Autos (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ladesäule für Elektroautos Picture Alliance

Dass Elektro-Autos nach wie vor unbeliebt sind, hat mehrere Gründe. Zum einen sind E-Autos - trotz Prämie - deutlich teurer als Diesel oder Benziner. Der Preisunterschied kann über 10.000 Euro betragen. Darüber hinaus fürchten Kunden hohe Kosten, wenn die Batterie ausfällt und ausgetauscht werden muss. Hinzu kommt die Unsicherheit beim Tanken: Nach wie vor ist das Ladesäulen-Netz in Deutschland sehr lückenhaft. Und schließlich stellt sich die Frage, wie umweltfreundlich der Strom ist wenn er nicht direkt von der Solaranlage auf dem eigenen Dach kommt. Das alles schreckt Autokäufer ab: Nur ein Prozent der 2018 zugelassenen Neuwagen waren reine Elektroautos, der Anteil der Hybridwagen lag bei 3,8 Prozent.

Elektroautos lohnen sich für Vielfahrer

Parplatz mit Symbol für E-Auto (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)
Parkplatz für Elektro-Auto picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Inzwischen hat in Deutschland ein Umdenken stattgefunden: Auch wenn der E-Auto-Anteil sehr gering ist, er steigt. Die Autohersteller bringen mehr Modelle auf den Markt, auch kleinere und günstigere. Dadurch wächst für die Verbraucher die Auswahl. Ob sich ein Elektroauto finanziell lohnt, hängt vom eigenen Fahrverhalten ab. Der ADAC hat vergangenen Herbst Elektroautos mit Verbrennern verglichen. Demnach sind manche Elektro-Autos sogar günstiger als Verbrenner, wenn man Anschaffung, Prämie und Betriebskosten berücksichtigt. Generell gilt laut ADAC aber der Grundsatz: Je mehr man ein Elektroauto fährt, desto eher rechnet es sich. Gleiches gelte auch für die Klimabilanz: Je mehr man das E-Auto nutzt, desto schneller kompensiert man das zusätzliche CO2, das bei der Batterieproduktion freigesetzt wird.

Kommentar: „Regierung reitet totes Pferd weiter“

SWR-Hauptstadt-Korrespondent Dirk Rodenkirch findet die geplante Verlängerung der Umweltprämie nicht sinnvoll.

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