Patientenrechte Langes Warten auf einen Termin soll ein Ende haben

Besonders Menschen, die außerhalb größerer Städte leben, kennen das Problem: Man braucht einen Termin beim Orthopäden oder Augenarzt und dann heißt es erst einmal warten und das oft monatelang. Doch das Warten soll bald ein Ende haben. Mit zentralen Terminvergabestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen soll das Problem seit Juli 2015 gelöst werden.

Sachsen als Vorbild

In Sachsen wird eine Vermittlung von Facharzt-Terminen seit November 2014 erfolgreich praktiziert. Schon mehr als tausend Patienten konnten hier zu einem Experten vermittelt werden. Ein Servicetelefon hilft bei der Arztsuche. Dazu müssen Patienten nachweisen, dass die Überweisung an den Spezialisten dringend ist und eigene Bemühungen um einen Termin bisher erfolgslos waren. Eine weitere Voraussetzung: Auf dem Überweisungsschein vom Hausarzt muss die Kategorie "B" vermerkt sein. Das bedeutet, dass der Patient innerhalb von vier Wochen behandelt werden muss.

"Die fixen Sachsen haben es einfach gemacht. Und siehe da, es funktioniert", freut sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Das Modell aus Sachsen soll nun auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. Das "Versorgungsstärkungsgesetz", das die Terminvergabe regelt, ist seit 23. Juli 2015 in Kraft. Doch es gibt auch Kritik: Gegner der Reform sehen das Recht auf freie Arztwahl eingeschränkt. Außerdem kann die zentrale Vergabe einen Arzt weiter entfernt vom Wohnort vermitteln. Besonders für ältere Menschen ohne Angehörige könnte das zum großen Problem werden.

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