Tomaten gibt es nicht nur in rot, sondern auch in gelb und grün. (Foto: dpa Bildfunk, Soeren Stache/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk)

Neue Tomatensorten Deshalb sind unreife Tomaten giftig und grüne nicht

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Tomaten gibt es nicht nur in rot, sondern auch in gelb, schwarz-violett und grün. Grüne erobern derzeit die Supermärkte. Vorsicht geboten ist bei unreifen Tomaten wegen des Solanins.

Der Unterschied zwischen unreifen und grünen Tomaten

Unreife Tomaten enthalten tatsächlich das Gift Solanin. Das ist typisch in den grünen Teilen von Nachtschattengewächsen. Es findet sich sowohl in den Keimen und grünen Stellen bei Kartoffeln, als auch im grünen, holzigen Stielansatz bei reifen Tomaten. Den schneidet man deshalb auch weg. Bei Cherrytomaten ist er allerdings so klein, dass mitessen kein Problem ist.

Grüne Tomaten im Supermarkt sind reif, obwohl sie grün sind. Hier handelt es sich um eine grüne Sorte und deshalb ist es in Ordnung, wenn wir sie essen. Ihre Reife erkennt man am gelblichen Schimmer und daran, dass sie nicht mehr steinhart sind.

 

Grüne und rote Tomaten am Tomatenstrauch (Foto: dpa Bildfunk, Tobias Hase +++(c) dpa - Bildfunk)
Tomaten durchlaufen mehrere Reifestadien bis sie rot sind. Tobias Hase +++(c) dpa - Bildfunk

Für Hobbygärtner: Tomaten nachreifen lassen, lohnt sich

Bei unreifen Tomaten empfiehlt es sich, die Tomatenpflanze komplett abzuschneiden und mit den grünen Tomaten zum Nachreifen aufzuhängen. Man kann die letzten unreifen Tomaten aber auch pflücken, in eine Papiertüte packen und dort einige Tage nachreifen lassen – bei angenehm warmen Temperaturen von 18 bis 20 Grad. Sie werden so auch noch rot. Wichtig ist, sie so lange wie möglich reifen zu lassen. Denn Geschmack entwickelt die Tomate mehr, wenn sie am Strauch reift, und sie baut dann auch mehr Solanin ab.

 

Ernteschwemme im Sommer: Tomaten ab ins Einmachglas. (Foto: dpa Bildfunk, Caroline Seidel dpa/lbn  +++(c) dpa - Bildfunk)
Ernteschwemme im Sommer: Tomaten ab ins Einmachglas. Caroline Seidel dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk

Unreife Tomaten für grüne Chutneys nur mit Vorsicht verwenden

Unreife Tomaten zu Chutneys oder Tomatenmarmelade zu verarbeiten, empfiehlt sich dagegen nicht, denn Solanin ist hitzestabil. Durch die Verarbeitung wird das Gift keineswegs abgebaut.

Chutney mit grünen Zebra Tomaten und Pfirsichen (Foto: Colourbox, Dieter Meyer)
Chutney mit grünen Tomaten und Pfirsichen Dieter Meyer

Die Chutney-Rezepte zielen darauf ab, dass nur wenig Tomate auf einmal gegessen wird. Eine unreife Strauchtomate enthält durchaus bis zu 30 Milligramm Solanin. Ab einem Milligramm pro Kilo Körpergewicht kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen – das sind Kopf- und Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen etwa eine Dreiviertel-Stunde nach dem Essen. Das ist möglich bei nicht einmal drei unreifen, grünen Strauchtomaten bei einem Erwachsenen von etwa 80 Kilo Körpergewicht.

Tödlich ist Solanin erst bei acht bis neun Tomaten – das schafft fast niemand und ist deshalb sehr selten. In Maßen sind also Chutneys und Marmelade aus unreifen Tomaten in Ordnung. Vorsicht geboten ist hier allerdings bei Kindern!

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