E-Mobilität: Ein Elektroauto der Marke Tesla wird an einer Stromtankstelle aufgeladen. (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Pleul/ZB/dpa)

Neue Antriebe für den Klimaschutz Deshalb löst das E-Auto nur wenige Probleme

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Höhere Kaufprämien, viel mehr Ladesäulen – so wollen Bundesregierung und Autoindustrie den Verkauf von Elektroautos attraktiver machen. Diese Punkte sollten E-Autokäufer bedenken.

Das Ziel: Bis 2022 sollen eine Million E-Autos auf unseren Straßen fahren, bis 2030 sieben bis zehn Millionen. Bis jetzt läuft der Absatz von E-Autos nur schleppend. 

Durchbruch bei der E-Mobilität: Reichen die Maßnahmen des Autogipfels?

Das ursprüngliche Ziel, eine Million E-Autos bis 2020, wird verpasst. Dass mit den gerade beschlossenen Maßnahmen ein Durchbruch gelingen wird, ist zu viel gesagt. Aber sie sind ein Schritt in die richtige Richtung. Den Ausbau von E-Ladesäulen zu fördern – vor allem auch im privaten Bereich zu Hause, im Mehrfamilienhaus oder auch auf der Arbeit und auf dem Supermarkt-Parkplatz – das ist wichtig, auch rein psychologisch. Denn wenn ich mit dem Gedanken spiele, ein E-Auto zu kaufen, will ich mich darauf verlassen, mein Auto ohne Probleme, jederzeit, mit Strom auftanken zu können. Rein statistisch würde die derzeit vorhandene Ladeinfrastruktur ausreichen für die wenigen E-Autos, die momentan unterwegs sind.

Sachsen, Zwickau: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) winkt vor, Herbert Diess (l), VW-Konzernchef, und Michael Kretschmer (CDU, r), Ministerpräsident von Sachsen, den Arbeitern am Produktionsband für die Produktion des Elektroautos ID.3 zu. Das Fahrzeug gehört zur neuen ID-Serie, mit der Volkswagen Milliarden in die E-Mobilität investiert. (Foto: dpa Bildfunk, Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)
Produktionsband für die Produktion des VW-Elektroautos ID.3: Mit der neuen ID-Serie investiert Volkswagen Milliarden in die E-Mobilität. Kanzlerin Merkel war beim Start dabei. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Auch die Verlängerung und Erhöhung der sogenannten Prämie als Kaufanreiz zeigt, die Bundesregierung nimmt das Thema E-Mobilität ernst. Sie will die Trendwende – die sie und die Industrie aber selbstverständlich auch schon hätte früher einläuten können. Denn diese Trendwende ist notwendig – anders können die CO2-Einspar-Vorgaben der EU schließlich nicht erreicht werden.

Höhere E-Auto-Prämie: Wer zahlt sie unterm Strich – Hersteller oder Autokäufer?

Für die Autokäufer steigt die Kaufprämie für reine E-Autos auf 6.000 Euro. Die Autohersteller gewähren einen Rabatt – und Rabatte wurden auch bisher, bei Autos mit Verbrennungsmotoren, vorher eingepreist. Das gehörte zur Preispolitik, zur Preisgestaltung dazu. Für einige Kunden könnte die Kaufprämie ein Anreiz sein, sich ein immer noch vergleichsweise teures E-Auto zu leisten. Dazu trägt auch der Zeitgeist bei, Stichwort Klimaschutz.

Am Ende wird es aber auf den Markt ankommen: Wenn irgendwann hohe Stückzahlen verkauft werden, dann werden die E-Autos auch günstiger. Auf dieses Volumengeschäft setzen die Autobauer. Siehe VW, wo jetzt die Produktion des ID3 angelaufen ist, der als Basismodell unter 30.000 Euro kosten soll. Ob er zum Massenprodukt wird, hängt vom Zusammenspiel vieler Faktoren ab – etwa, wie es mit dem Ausbau der Infrastruktur vorangeht. Dieser Prozess wird nun sicher Fahrt aufnehmen.

Das Netz an E-Ladestationen: Kann ich überall und schnell laden?

Das Ladesäulen-Netz ist von grundlegender Bedeutung. Momentan herrscht bundesweit betrachtet allerdings noch viel Chaos, so geben es jedenfalls viele Erfahrungsberichte wieder. Es gibt einen Flickenteppich aus Ladekarten, Bezahlsystemen, Software, die nicht zum Stecker passt, und so weiter.

Hier ist Baden-Württemberg ein Vorbild mit dem Projekt Safe, wo ein Konsortium aus Kommunen und Versorgungsunternehmen Hand in Hand arbeitet und ein einheitliches, landesweites Ladenetz zur Verfügung stellt. Es kommt nicht nur darauf an, viele Ladesäulen zu bauen – mit Quantität muss auch Qualität einher gehen.

Warum die Umwelt nur wenig profitiert vom Elektroauto

Elektroautos können Wind- oder Solarstrom am effizientesten nutzen – das macht sie technisch attraktiv. Aber der aktuelle Hype, die plötzliche Aufgeregtheit der Autobauer, kommt daher, dass sie nur mit Elektroautos die EU-Auflagen erfüllen können. Denn dafür werden beim Verbrauch E-Autos mit den Verbrennern verrechnet. Nur diejenigen Autohersteller, die Stromer verkaufen, können auch weiterhin die wirtschaftlich attraktiven großkalibrigen Diesel und Benziner an den Mann bringen. Mit Umwelt hat das nur am Rand zu tun. SWR-Umweltredakteur Werner Eckert erläutert die Zusammenhänge.

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