Nebenjob So klappt es mit dem Zuverdienst

Marktcheck rechnet nach

Mit einem Nebenjob kann man sich etwas dazuverdienen. Worauf dabei zu achten ist und welche Regelungen gelten, erklärt unsere Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey.

Dauer

In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen nach dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters weiter berufstätig. Die Zahl der arbeitenden Rentner steigt immer weiter, seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl verdreifacht. Die Gründe, warum ältere Menschen noch arbeiten, sind vielfältig: Viele Rentner sind auf den Zuverdienst angewiesen, andere wollen den sozialen Kontakt halten oder haben Spaß an der Arbeit.

Welche Möglichkeiten haben Rentner, etwas hinzuzuverdienen?

Wer noch nicht in Rente ist, kann über sein gesetzliches Rentenalter hinaus weiterarbeiten. Die sogenannte Regelaltersgrenze wird seit einigen Jahren schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Wer sie erreicht hat, darf grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer auf befristete Zeit einfach weiterarbeitet. Aber auch wer 'offiziell' mit Rentenantrag in Rente geht, kann weiterarbeiten. Allerdings sollte der Arbeitnehmer dies auch hier rechtzeitig mit dem Arbeitgeber absprechen.

Geldscheine in alten Händen (Foto: picture-alliance / dpa -)
Rentner können weiterarbeiten. picture-alliance / dpa -

Wer ohne Rentenantrag weiter arbeitet und über 450 Euro im Monat verdient, muss auch weiterhin Rentenbeiträge bezahlen. Das erhöht auch die spätere Rente. Arbeitslosenversicherung muss derjenige nicht mehr zahlen - wird er arbeitslos, geht er einfach in Rente. Durchschnittsverdiener erhöhen sich ihre monatliche Rente mit einem Jahr Arbeit um rund 100 Euro.

Wer schon Rente bezieht und weiterarbeitet, muss auch keine Rentenbeiträge mehr bezahlen. Wenn er möchte, kann er dies aber dennoch tun. Wer dies freiwillig tut, kann seine monatliche Rente mit einem zusätzlichen Arbeitsjahr um rund 30 Euro. Es empfiehlt sich, dies genau von der Rentenversicherung durchrechnen zu lassen.

Minijobber können ebenfalls freiwillig weiterhin in die Rente einzahlen. In einem Jahr erhöht sich ihre monatliche Rente so um rund fünf Euro.

Ab wann muss das Einkommen versteuert werden?

Wer nach dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters noch arbeitet, muss erst dann Einkommen versteuern, wenn er monatlich mehr als 450 Euro verdient. Verdient jemand mehr als 450 Euro im Monat dazu, so fällt auf das gesamte Einkommen der individuelle Steuersatz an, also auf die Rente und auch den Zuverdienst. Wer unbedingt unter den 450 Euro bleiben möchte, sollte dies mit dem Arbeitgeber genau absprechen.

Krankenversicherung

Rentner, die arbeiten, zahlen einen geringeren Satz bei der gesetzlichen Krankenversicherung. In der Regel ist dies die Hälfte. Allerdings erhalten Rentner auch kein Krankengeld.

Hinzuverdienstgrenze seit 2017 angehoben

Seit 2017 dürfen Rentner 6.300 Euro im Jahr hinzuverdienen, ohne dass der Verdienst auf ihre Rente angerechnet wird. Übersteigen sie die Grenze, werden 40 Prozent des darüberliegenden Verdienstes auf die Rente angerechnet. Das heißt, wer 100 Euro mehr verdient, erhält dafür in dem Jahr 40 Euro weniger Rente. Wer Hinterbliebenenrente bezieht, für den gilt: Hier liegt die Zuverdienstgrenze bei knapp 850 Euro. Auch hier werden 40 Prozent der darüberliegenden Summe von der Rente abgezogen.

Zu den zusätzlichen Einnahmen zählen auch Erlöse beispielsweise aus Solaranlagen hinzu. Einkünfte aus Kapitalerträgen oder Vermietung werden hingegen nicht angerechnet.

Zuverdienst in der Teilrente

Wer eine Teilrente vereinbart, kann dadurch seinen Zuverdienst ebenfalls erhöhen. Das wird bei jedem individuell berechnet. Zum Beispiel nimmt die Deutsche Rentenversicherung solche Berechnungen vor. Wer innerhalb des vorzeitigen Renteneintritts bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, zahlt auch weniger Rentenbeiträge in die Sozialversicherung ein. Davon profitiert auch der Arbeitgeber, denn dieser zahlt dann auch weniger Rentenbeiträge. Dadurch lassen sich auch Rentenabschläge durch die Frühverrentung ausgleichen. Ein zusätzliches Arbeitsjahr bringt hier 30 Euro monatliche Rente. Wer während der Teilrente länger krank wird, kann von der Krankenversicherung allerdings aufgefordert werden, den Rentenantrag zu stellen.

Rente immer steuerpflichtig

Was viele nicht wissen: Die Rente ist immer steuerpflichtig, egal ob jemand etwas hinzuverdient oder nicht. Wer zur Rente oder der Frühverrentung noch eine Abfindung erhält, Überstunden oder eine Lebensversicherung ausbezahlt bekommt, sollte sich überlegen, ob er den Zuverdienst mit einem Nebenjob in ein neues Kalenderjahr verlegt, um Steuern zu sparen.

Ansprechpartner

Wer sich die verschiedenen Modelle und Zuverdienste durchrechnen lassen möchte, kann sich an den Lohnsteuerhilfeverein, Steuerberater oder die Deutsche Rentenversicherung werden. Die Deutsche Rentenversicherung hat extra PROSA-Servicezentren (Pro Sicherheit im Alter), in denen Menschen kostenlos beraten werden. Weiterführende Links von PROSA finden Sie hier.

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder

Filmautor: Patrick Jauß | Online: Thomas Oberfranz
© SWR Marktcheck

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