Das Lüftungsähnliche gelbe Radioaktiv-Zeichen auf einem gelben Hintergrund (Foto: Colourbox)

Natürliche Radioaktivität Radon in Gebäuden – ein unterschätztes Risiko?

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Bei Radioaktivität denken viele an Atomkraftwerke und strahlenden Müll. Die natürliche Strahlung durch Radon gilt aber nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Radon kommt überall in der Umwelt vor. Es entsteht aus natürlichem Uran in unseren Gesteinen und Böden. Das radioaktive Gas kann sich in Poren, Spalten und Rissen im Boden weiterbewegen und an die Oberfläche gelangen. Im Freien verflüchtigt es sich schnell. Radon kann aber auch in Gebäude eindringen – über undichte Stellen im Fundament oder in Wänden, die die Erde berühren.

Jährlich knapp 2.000 Tote durch Radon

Besonders, wenn nur selten gelüftet wird, kann das zu hohen Radon-Konzentrationen führen – vor allem im Keller, in Souterrain- und Erdgeschoss-Wohnungen. Das Tückische dabei: Die Bewohner merken davon nichts. Denn Radon kann man nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken.

Trotzdem kann es krank machen: Wenn ein Mensch über Jahrzehnte in erhöhtem Maß Radon und seine Zerfallsprodukte einatmet, steigt sein Lungenkrebsrisiko. Laut Bundesamt für Strahlenschutz gehen etwa fünf Prozent aller Lungenkrebs-Todesfälle in Deutschland auf Radon zurück – das sind über 1.900 Tote jährlich.

Südwesten höher mit Strahlung belastet als Norden

Wie viel Radon genau im Boden, in der Luft und in Innenräumen vorkommt, ist in Deutschland von Region zu Region unterschiedlich. In der norddeutschen Tiefebene sind die Radon-Konzentrationen meist niedrig; in den meisten Mittelgebirgen – wie dem Schwarzwald oder der Schwäbischen Alb und im Alpenvorland – eher höher. Die Radon-Konzentration in einem bestimmten Gebäude lässt sich allerdings nur durch Messungen in der Raumluft ermitteln. Genau das empfehlen die Behörden auch. Oft reichten kleine Maßnahmen aus, um den Radon-Gehalt in Innenräumen deutlich zu senken – und damit auch das Erkrankungsrisiko.

Informationen über Radon bei den Umweltministerien

Darüber informiert das baden-württembergische Umweltministerium derzeit auch im Internet und mit landesweiten öffentlichen Veranstaltungen.

In Rheinland-Pfalz untersucht das Landesamt für Geologie und Bergbau für das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau wieviel Radon (Radonpotenzial) in unterschiedlichen Gesteinen und Böden entsteht. Beim Landesamt für Umwelt gibt es eine Radon-Informationsstelle.

Was genau der Einzelne tun kann, weiß auch Alexander Eisenwiener. Er ist Chemiker und Radon-Experte beim Umweltministerium in Baden-Württemberg. SWR-Umweltredakteurin Stefanie Peyk hat mit ihm gesprochen. Unter anderem geht es darum, wie Verbraucher herausfinden, ob ihr Haus oder ihre Wohnung durch erhöhte Radon-Werte belastet ist, und wie sie sich davor schützen können.

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