Ikea Fahnen flattern im Wind (Foto: dpa Bildfunk, SWR, picture alliance/Ina Fassbender/dpa)

Nachhaltigkeit oder Werbegag? Ikea kauft Möbel zurück

Bundesweit nimmt Ikea jetzt gebrauchte Möbel zurück. Zuvor hatte das schwedische Unternehmen das System an fünf deutschen Standorten getestet. 

Ikea setzt auf den Second-Hand-Trend

Ikea selbst sagt, dass es dem Unternehmen um Nachhaltigkeit geht. Also Ikea möchte den Möbeln eine zweite Chance geben. Kunden können dafür auf der Ikea-Webseite einen Preisvorschlag bekommen. Wenn beispielsweise das Regal in einem guten Zustand ist, dann bekommen sie im Laden eine Guthabenkarte über diesen Wert. Ikea selbst will das Regal dann zum gleichen Preis, also ohne Gewinn weiterverkaufen. Trotzdem ist das wohl keine reine Wohltätigkeitsaktion des Möbelhändlers. Der Markt für gebrauchte Möbel in Deutschland ist riesig.

Mit dem Gutschein gleich noch was Neues kaufen

Das hat Ikea offenbar erkannt und will sich das Geschäft hier nicht entgehen lassen. Denn wer seine Möbel bei Ikea statt über das Internet verkauft, bei dem stellt Ikea mit dem Gutschein sicher, dass das Geld im Unternehmen bleibt. Außerdem schauen sich Leute, die ihre gebrauchten Möbel zu Ikea bringen, in den allermeisten Fällen auch gleich nochmal im Laden um - und kaufen dann oft noch etwas.

Nicht alle Artikel können zurück gebracht werden

Ikea nimmt nur bestimmte Artikel aus besonders beliebten Produkt-Kategorien zurück. Insgesamt sind es aber schon etwa tausend Artikel. Sie sind auf einem Onlineportal unter der Rubrik "zweite Chance" mit Bildern aufgelistet. Dort stehen auch die genauen Bedingungen für einen Rückkauf (beispielsweise Originalzustand, komplett mit allen Teilen, keine starken Gebrauchsspuren). Nach der Online-Registrierung muss der Kunde die Möbel in zusammengebautem Zustand in eine Filiale bringen. Vor Ort wird dann geprüft, ob die Angaben und Einschätzungen des Kunden (wie neu oder gut, leichte Gebrauchsspuren) auch stimmen.

Klassiker finden schnell wieder neue Besitzer

Bei dem Testlauf in fünf deutschen Ikea-Häusern wurden Ikea zufolge vor allem Klassiker wie das Billy-Regal, Kommoden und Stühle zurück verkauft. Die meisten Produkte hätten innerhalb von zwei Tagen neue Besitzer gefunden. Besonders groß sei das Interesse in Berlin gewesen. Wie viele Möbel während der Testphase von September 2018 bis Juni 2019 zurückgekauft wurden, wollte das Unternehmen nicht verraten.

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