Nachhaltige Grillkohle-Welt Maiskolben, Olivenkerne und Kokos statt Holz

Jetzt beginnt die Grillsaison. Alle Zeichen stehen auf Grillwürstchen, Folienkartoffeln und Steak. Übliche Holzkohle besteht fast ausschließlich aus Tropenholz. Wir zeigen ökologische Alternativen.

Wer grillt, kann schnell mal zum Umweltschwein werden. Sobald wir die klassische Holzkohle auf den Grill werfen, ärgern wir nicht nur die Nachbarn mit unseren Rauchschwaden, sondern schaden auch den Regenwäldern, die dafür abgeholzt werden. Denn unsere Standard-Holzkohle ist in aller Regel nicht nachhaltig. Sie wird fast ausschließlich aus Tropenholz hergestellt, und das ist nicht klimafreundlich.

Ökologische Grillkohle-Alternativen

Grillkohle aus griechischer Olivenproduktion (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Grillkohle aus griechischer Olivenproduktion picture-alliance / dpa -

Dabei geht Grillen auch nachhaltig - mit den verschiedenen neuen Öko-Grillkohle-Varianten. Da verfeuern wir sozusagen frisch aufbereiteten Abfall auf dem Grill - also die Reste aus der Industrie.

Zum Beispiel gepresster Abfall von Olivenkernen aus der Olivenölproduktion in Südeuropa oder Grillkohle aus Kokosschalen.

Aktueller Trend: Maisspindeln

Leere Maiskolben liegen auf einem Haufen (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Abfall aus der Maisverarbeitung als ökologische Grillkohle - sauberer als Holzkohle. Thinkstock -

Oder der neueste Grillkohle-Trend: Maiskolben. Da werden einfach die abgepulten Maiskolben aus der industriellen Maisproduktion getrocknet - und ab damit auf den Grill. Die sind aber nicht nur nachhaltiger als Holzkohle, sondern rauchen offenbar auch weniger, brennen schneller und glühen heißer.

Die Maiskolben-Kohle kann eine Temperatur von bis zu 800 Grad Celsius erreichen. Zum Vergleich: Normale Holzkohle schafft nur 500 bis 600 Grad. Einziger Nachteil: Die Maiskolben haben nur eine Brenndauer von einer knappen Stunde. Also fürs Spanferkel reicht es nicht, aber für die Grillrunde mit Freunden und Familie auf jeden Fall.

Tropenholz kommt aus Regenwäldern - noch dazu illegal

Diese Maiskolben sind aber nicht nur heißer, sondern auch nachhaltiger als klassische Holzkohle. Die stammt nämlich auch aus der Abholzung von Regenwäldern. Wir verfeuern unter Umständen also bei jedem gemütlichen Grillevent das für unser Klima so wichtige Tropenholz.

Der World Wide Fund for Nature (WWF) schätzt zum Beispiel, dass aus über 80 Prozent des in Nigeria geschlagenen Holzes, Kohle hergestellt wird. 90 Prozent davon kommen, laut dem WWF, aus illegaler Abholzung. Und zum Schluss noch eine Zahl: Jedes Jahr landen locker über 200.000 Tonnen Holzkohle in den deutschen Grills. Wenn das alles stattdessen nachhaltige Kohle aus Mais und Co wäre - wie viel Regenwald könnten wir damit retten...

Von Petra Haubner, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller

STAND