Kopfhörer hängen vor einem Apple Iphone, auf dem das Logo vom Musik-Streaming-Dienst Spotify angezeigt wird. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa)

Musik-Streaming-Dienst testet höhere Preise Wird Spotify bald teurer?

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Um auf lange Sicht die Preise anzuheben, sucht sich Spotify einen Markt aus, in dem das Unternehmen die Preise erhöht. Gehen die Kunden mit, könnte es schon bald teurer werden.

Bislang ist es nur ein Test, bei dem geschaut wird, wie die Kunden, in dem Fall in Skandinavien, reagieren. Dort will der Streaming-Anbieter nach Angaben des Online-Finanzdienstleisters Bloomberg, den Spotify-Familientarif - also den Tarif für mehrere Nutzer - um 13 Prozent erhöhen. Wenn es von Seiten der Kunden kaum eine Reaktion gibt, dann stehen die Chancen gut, dass Spotify auch bei uns teurer werden könnte. Solche Tests dauern aber in der Regel mehrere Wochen.  

Dauer

Tests sollen die Schmerzgrenze der Nutzer austesten - auch bei Netflix

Firmen wie Spotify wollen wissen, wo unsere Schmerzgrenze ist. Dafür suchen sie sich einen Markt aus, also zum Beispiel auch Deutschland, und verändern dort für einen Teil der Kunden ihr Angebot. Dann warten die Unternehmen ab und beobachten die Reaktion der Kunden. Kündigen wir wegen einer Erhöhung um zwei Euro oder nehmen wir das hin? So hat auch Netflix Anfang des Jahres bei Neukunden die Abopreise probeweise erhöht. In der Folge wurde der Streaming-Dienst einige Monate später für alle teurer. Offenbar war die Schmerzgrenze der Kunden noch nicht erreicht.

Auf dem Display eines iphone 6 wird die App von Spotify angezeigt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)
Spotify testet in ausgesuchten Ländern, ob die Kunden bei einer Preiserhöhung kündigen oder dabei bleiben. So können nach und nach die Preise angehoben werden. picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Spotify schreibt immer noch rote Zahlen

Der Musik-Dienst ist ein an der Börse notiertes Unternehmen. Doch bisher hat Spotify noch keine Gewinne verzeichnet. Auch wenn fast der gesamte Ertrag aus den Abonnements bei Spotify selbst bleibt. Gerade einmal rund 0,0038 US-Dollar bekommen die Labels pro gespieltem Song und davon geht nur ein Bruchteil an die Musiker. Obwohl Spotify die weltweit größte Plattform für Musikstreaming ist, macht der Dienst bislang nur Verluste. Als neues Unternehmen kann das ein paar Jahre lang gut gehen. Aber irgendwann muss auch Spotify schwarze Zahlen schreiben.

Ist Streaming zu günstig?

Nicht nur beim Musik-Streaming, sondern auch im Video-Streaming-Bereich wächst die Konkurrenz auf dem Markt. Das drückt ein Stück weit die Preise, auch wenn es aus Sicht der Unternehmen wie Netflix, Amazon, DAZN oder Sky noch Luft nach oben gibt. Am Ende müssen die Nutzer entscheiden, wie viel Geld sie bereit sind Monat für Monat zu bezahlen.

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