Millionen Mitschläfer unter unseren Bettdecken Wenn Milben Allergien auslösen

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Viele Allergiker reagieren mit Atemnot und Asthma auf Milbenkot. Wir untersuchen das Innenleben von Betten und geben Tipps, wie man sich vor den ungebetenen Gästen schützen kann. 

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20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Der Feind in unserem Bett ist eindeutig: die Milbe. Ihren Kot hat Professor Frank Günther vom Institut für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene in Frankfurt in allen Proben nachgewiesen, die Marktcheck in Betten genommen hatte. Zusätzlich fanden sich zum Beispiel Blütenpollen, Fasern, Hautzellen, Algen. Zehn Tipps für mehr Hygiene im Bett.

Tipp 1: Jeden Morgen lüften

Klingt einfacher als es ist, denn das Fenster aufmachen allein reicht nicht. Das komplette Bettzeug muss runter von der Matratze. Dann die Wäsche nach Möglichkeit getrennt voneinander auslüften lassen. So hat auch die Matratze Zeit, Schweiß aus der Nacht zu verdunsten.

Tipp 2: Bettwäsche mindestens alle 14 Tage waschen

Für Sie selbstverständlich? Das ist es aber nicht für jeden, denn Bettwäsche wird in manchen Haushalten auch vier Wochen oder länger nicht gewechselt. Dabei fängt die Bettwäsche jede Nacht bis zu einem Liter Schweiß auf – dazu kommen Hautschuppen, Staub und Milben.

Tipp 3: Spezielle Überzüge für Matratze und Bettwäsche  

Wenn die Matratze keine abnehmbare und waschbare Außenhülle hat, empfehlen sich vor allem für Allergiker sogenannte Encasings – das sind besonders dichte Überzüge für Matratzen, die es auch für Bettzeug gibt. Sie sollen das Eindringen von Hautschuppen und damit den Milbenbefall verhindern. Matratzen können zwar mit Desinfektionsmittel bearbeitet werden. Je nach Mittel kann dies aber gesundheitsschädlich sein. Experten raten daher dazu, Flecken zum Beispiel mit Natron und Wasser zu behandeln. Die Mischung auf der Matratze trocknen lassen und dann absaugen.

Tipp 4: Unter dem Bett staubsaugen

Unter dem Bett tummeln sich oft Horden von Wollmäusen, die immer wieder aufgewirbelt werden. Daher regelmäßig die Matratze aus dem Bettrahmen nehmen und gründlich staubsaugen. Geschlossene Bettkästen sollten regelmäßig ausgewischt werden.

Tipp 5: Matratze nicht länger als acht bis zehn Jahre nutzen

Hygiene-Experte Markus Karlisch: "Wenn es ein Paradies für Milben gibt, dann ist es eine Matratze.  Milben ernähren sich von Hautschuppen, die wir täglich verlieren, es ist angenehm feucht von dem Schweiß, den wir jede Nacht von uns lassen.“ Unabhängig davon funktioniert die Stützwirkung einer Matratze nicht ewig. Auch deshalb sollte sie nach spätestens zehn Jahren ausgetauscht werden.

Bettwäsche liegt zum Auslüften auf einer Fensterbank. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Marius Becker)
So bringt Bettzeug lüften nichts: Übereinander gestapelt sind Milben geschützt. picture alliance/dpa/Marius Becker

Tipp 6: Keimfalle Schlafanzug ausmerzen

Ein unterschätztes Problem bei der Hygiene im Bett ist die Kleidung, die beim Schlafen getragen wird. Der Pyjama sollte zwei Mal pro Woche gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden, um Hautirritationen und Blasenentzündungen zu vermeiden.

Tipp 7: Kopfkissen nach drei Jahren austauschen

Selbst wenn der Kissenbezug regelmäßig gewaschen wird: Immer wieder gelangen Haare, Hautschuppen und Schweiß in das Kissen und ernähren Bakterien und Pilze. Alle drei Monate sollte daher auch das Kissen gewaschen werden – nach spätestens drei Jahren ist es ein Fall für den Müll.  

Tipp 8: Auch Tagesdecke, Deko-Kissen und Kuscheltiere bei der Hygiene bedenken

Auch eine Tagesdecke, Deko-Elemente aus Stoff oder Kuscheltiere sind Milbenfänger. Kleinere Kuscheltiere kann man in Plastiktüten zwei Tage in die Kühltruhe legen, um Milben zu vernichten. Danach sollte man sie trotzdem nochmal heiß waschen und trocknen.

Tipp 9: Raumtemperatur niedrig halten

Hausstaubmilben lieben ein feucht-warmes Zuhause. Dem können Sie entgegenwirken, indem sie die Temperatur unter 20 Grad halten und darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht über 60 Prozent steigt.

Tipp 10: Unempfindliche Bettwäsche kaufen

Beim Kauf von Bettwäsche und Co. sollte man immer darauf achten, dass sie bei 60 Grad gewaschen werden kann. Bei dieser Temperatur werden die meisten Keime abgetötet. Für Zeiten, in denen der Schläfer eine ansteckende Krankheit oder offene Wunde hat, empfehlen sich Textilien, die bei 95 Grad gewaschen und anschließend heiß gebügelt werden können.

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