Die neue Universal-Schlichtungsstelle in Kehl kann unter anderem bei Ärger mit Online-Händlern oder Handwerkern vermitteln. (Foto: dpa Bildfunk, SWR, Fotomontage: SWR)

Mehr Verbraucherschutz Online-Handel oder Handwerker-Ärger: Neue Schlichtungsstelle für alles

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Mit der neuen Universalschlichtungsstelle in Kehl im Ortenaukreis sollen Verbraucher bei Problemen oder Streitigkeiten mit Unternehmen leichter Hilfe bekommen.

Die neue Universalschlichtungsstelle des Bundes kümmert sich um fast alle Verbraucherangelegenheiten: Wer zum Beispiel im Internet ein Hemd bestellt hat und Probleme bei der Rückgabe hat, kann sich an die neue Stelle wenden. Aber auch bei Ärger mit Handwerkern oder Versicherungen ist die Universalschlichtungsstelle der richtige Ansprechpartner. Die Schadenshöhe ist dabei irrelevant: Es kann bei Streitfällen um zehn Euro, aber auch um bis zu 50.000 Euro gehen. Verbraucher können sich kostenlos an die neue Schlichtungsstelle wenden.

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Schlichtungsstelle: Nur schriftliche Anträge werden akzeptiert

Damit die neue Universalschlichtungsstelle aktiv wird, müssen Verbraucher einen Schlichtungsantrag einreichen - das geht per Mail, per Post, per Fax oder über ein Online-Portal. "Die Mitarbeiter schauen dann, ob es unter den fast 30 anerkannten Schlichtungsstellen in Deutschland eine gibt, die für den Fall zuständig ist", erläutert Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

Falls ja, wird der Fall dorthin weitergeleitet. Sollte keine Schlichtungsstelle zuständig sein, kümmert sich die Universalschlichtungsstelle darum. Sie agiert damit als zentraler Ansprechpartner für Verbraucher.

Wenn sich die Versicherung weigert, einen Schaden zu übernehmen, kann die neue Schlichtungsstelle helfen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sina Schuldt/dpa)
Wenn sich die Versicherung weigert, einen Schaden zu übernehmen, kann die neue Schlichtungsstelle helfen. picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Wird die neue Schlichtungsstelle Erfolg haben?

Bislang weigern sich Unternehmen häufig, an Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Die Verfahren sind freiwillig und die Entscheidungsvorschläge des Schlichters sind auch nicht bindend. Der Bund hofft darauf, dass die neue Universalschlichtungsstelle sowohl von Verbrauchern als auch von Unternehmen gut angenommen wird.

Das Interesse an Schlichtungsstellen ist auf jeden Fall groß, im vergangenen Jahr gab es in Deutschland insgesamt 80.000 Schlichtungsfälle. So gehen zum Beispiel bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr immer mehr Beschwerden von Bahn-Reisenden oder Flugpassagieren ein. Auch beim Europäischen Verbraucherzentrum haben sich im vergangenen Jahr mehr Menschen über Online-Händler beschwert als im Vorjahr.

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