Der schwedische Möbelgigant unter der Lupe Marketing

Ist der Möbelriese IKEA wirklich so günstig? Wie kommen die Preise zustande? Und wie hochwertig und nachhaltig sind die Produkte?

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Positives Schweden-Image

Wie hat es das gelb-blaue Unternehmen geschafft, so erfolgreich zu werden? In der Werbung präsentiert sich IKEA als sympathische und freundliche Marke aus Schweden. Die Zuhörer werden mit "Du" angesprochen, die Sprecher haben einen schwedischen Akzent.

Das Spiel mit der schwedischen Herkunft wird von IKEA ganz bewusst eingesetzt, sagt Marketingexperte Markus Voeth. Die Schweden gelten bei uns als sympathisches Volk, so der Experte. "Schweden ist ein Land, was ein sehr ausgefeiltes Gesundheitswesen und tolle Sozialstrukturen hat, das ist uns im Grund über Jahrzehnte vermittelt worden."

Möbel haben bei IKEA keine Produktnummern, sondern eigene Namen. Auch das soll persönlicher wirken.

Kundenbedürfnisse berücksichtigen

Im Einrichtungshaus spricht IKEA auch sonst die Kunden gerne persönlich an und scheint auf Kundenbedürfnisse einzugehen. So werden zum Beispiel teilweise Ideen von Kunden aufgegriffen und in die Produktentwicklung einbezogen:

Kinder abgeben und mehr shoppen

Viele Angebote haben jedoch den für IKEA angenehmen Nebeneffekt, die Kunden zum Geldausgeben zu bewegen. Wer seine Kinder beispielsweise im kostenlosen Kinderbetreuungsangebot Smaland abgibt, kauft mit einer größeren Wahrscheinlichkeit mehr ein, da ihn keine quengelnden Kinder zwingen, nach Hause zu gehen.

Auch die kostenlosen Bleistifte haben einen Hintergrund: Schreibt man etwas auf, kauft man es eher.

Die übergroßen Einkaufstaschen sind nicht zufällig so dimensioniert. In ihnen verlieren sich die Produkte und der Einkauf sieht mickrig aus - ein weiterer Anreiz, mehr zu shoppen.

Durch die lange Wege durch die Einrichtungshäuser muss der Kunde sich außerdem das gesamte Sortiment ansehen. So landet auch mehr im Einkaufswagen oder der Einkaufstasche.

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