Mietwagenärger Wenn man für einen Vorschaden zahlen soll

Marktcheck mischt sich ein

Ein Marktcheck-Zuschauer bringt einen geliehenen Lkw unversehrt zurück. Trotzdem verlangt der Anbieter Hertz über 800 Euro für einen angeblichen Schaden.

Dauer

Der komfortabelste Weg ist auch der riskanteste

Autovermieter bieten ihren Kunden häufig komfortable Möglichkeiten, den Leihwagen zurückzugeben. So kann man den Wagen problemlos auch nach Dienstschluss einfach auf dem Gelände des Autovermieters abstellen und den Schlüssel abgeben oder in einen Briefkasten werfen. Das ist bequem, aber riskant!

Ohne direkten Kontakt zum Personal der Autovermietung gibt es auch keine Bestätigung für die Rückgabe eines unversehrten Wagens. Und das kann am Ende teuer werden. Wer haftet, wenn nach dem Abstellen etwas mit dem Wagen passiert? Was passiert, wenn dem Mieter alte Schäden am Fahrzeug angelastet werden? Fakt ist, wer den komfortablen Weg der Rückgabe wählt, pachtet das Risiko gleich mit.

Das sollten Sie beim Empfang und bei der Abgabe eines Leihwagens unbedingt beachten:

Prüfen Sie schon vor der Übergabe das Auto etwaige Vorschäden. Auch der kleinste Kratzer im Lack kann Sie am Ende teuer zu stehen kommen. Lassen Sie Schäden dokumentieren. Und wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, machen Sie selbst Fotos von den Schäden. Wenn Sie das Auto zu zweit entgegennehmen, haben Sie im Notfall einen wichtigen Zeugen.

Hertz-Autovermietung (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Bei der Rückgabe darauf achten, dass der Zustand des Autos protokolliert wird. picture-alliance / dpa -

Geben Sie den Wagen direkt beim Personal des Vermieters ab und lassen Sie sich die Unversehrtheit bestätigen. Selbst wenn keine Schäden sichtbar sind, sollte das auf einem Protokoll von einem Mitarbeiter der Vermietungsfirma festgehalten werden.

Sollten Sie aus Zeitmangel den Wagen nach Dienstschluss abstellen müssen, dokumentieren Sie die Unversehrtheit des Wagens durch Fotos. Auch hier gilt: Wenn Sie zu zweit sind, haben Sie im Notfall einen Zeugen.

Wer ist in der Beweispflicht?

Generell müssen die Mietwagenfirmen beweisen, dass ein Schaden am Fahrzeug vorliegt. Dann erst muss der Mieter nachweisen, dass dieser Schaden nicht während seines Leihvorgangs entstanden ist. Kann der Mieter dies schlüssig nachweisen, so ist alles gut. Nach aktueller Rechtsprechung haftet bei ungeklärten Haftungsfragen nämlich der Vermieter.

Auch wenn die Rechnung für einen angeblichen Schaden schon im Briefkasten liegt: Lassen Sie sich nicht einschüchtern - der Vermieter ist zunächst in der Beweispflicht und muss den Schaden nachweisen. Haben Sie den unversehrten Zustand bei der Übergabe gut dokumentiert, sind Sie auf der sicheren Seite.

Doch was tun im Falle eines tatsächlichen Unfalls?

Rufen Sie im Falle eines Unfalls immer die Polizei. Ohne deren Protokoll zahlen die Versicherungen nicht. Dokumentieren Sie die Schäden gut und rufen Sie direkt die Schadensabteilung des Vermieters an. Dort wird im Einzelfall entschieden, was zu tun ist.

Was sollte versichert sein?

Schäden am Fahrzeug kann man durch eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung absichern. Die ist mitunter inklusive, gerade bei Billigangeboten oft jedoch extra abzuschließen. Das macht den Mietpreis zwar höher, bewahrt Sie im Zweifel aber vor hohen Kosten im Schadensfall.

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder.

Filmautor: Axel Sonneborn | Online: Annika Erbach
© SWR Marktcheck

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