Mit der App Infos über die Luftqualität abfragen (Foto: dpa Bildfunk, Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk)

Luftreinheit deutschlandweit So gut ist die App für Luftqualität vom Umweltbundesamt

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Wie gut ist die Luft, die wir atmen? Wer das wissen will, dem liefert jetzt die kostenlose App des Umweltbundesamt (UBA) „Luftqualität“ bundesweite Daten aufs Smartphone.

Auf den ersten Blick macht die App des Umweltbundesamts einen guten Eindruck: Sie ist leicht zu bedienen und weitgehend selbsterklärend. Auf einer Deutschlandkarte werden Hunderte Luftmessstationen angezeigt. Der Nutzer kann gezielt, die Stationen in seiner Nähe aufrufen und schauen, wie gut oder schlecht die Luft dort zuletzt war. Die Farbskala für die Luftqualität geht von türkis für sehr gut, über gelb für mäßig bis dunkelrot für sehr schlecht. Für ausgewählte Stationen lassen sich auch Warnhinweise abonnieren – für schnelle Informationen, falls die Luft zum Schneiden ist. Für Asthmatiker kann so etwas auf jeden Fall hilfreich sein. Ihnen rät die App dann von Sport im Freien ab.

Luftqualität Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (Foto: SWR, UBA/Montage SWR)
Luftqualität in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – aktuelle Daten für die App kommen von über 400 Messstationen in Deutschland. UBA/Montage SWR

Messdaten zu drei Schadstoffen in der Luft

Angegeben werden Daten zu drei gesundheitsgefährdenden Schadstoffen: Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon. Das berüchtigte Neckartor in Stuttgart hat an den Test-Tagen – wie zu erwarten – oft mit nur mäßigen oder sogar schlechten Stickoxid-Werten zu kämpfen. Auch die Parcusstraße in Mainz wird ihrem schlechten Ruf in Sachen Stickstoffdioxid immer wieder gerecht.

Luftqualitätsindex für Stuttgart-Neckarstraße und Mainz-Parcusstraße (Foto: SWR, UBA/Montage SWR)
Luftqualitätsindex für Stuttgart-Neckarstraße und Mainz-Parcusstraße stündlich. UBA/Montage SWR

Auf dem Land dagegen leidet die Luftqualität im Sommer am ehesten wegen erhöhter – in der App „mäßiger“ – Ozon-Werte. In Leisel im Hunsrück etwa, im Südschwarzwald oder in Sonnenbühl-Erpfingen auf der Schwäbischen Alb. Wer noch mehr Daten sucht als in der App zur Verfügung gestellt werden, findet darüber hinaus noch weitergehende Informationen auf der Internetseite des UBA unter „Aktuelle Luftdaten“.

UBA-App „Luftqualität“ hat noch Kinderkrankheiten

Zum Start der App gab es einige technische Probleme. Für Android 7 war sie nicht zu nutzen – dieser Fehler ist nach Auskunft des Umweltbundesamts inzwischen behoben. Was aber nach wie vor nicht hundertprozentig klappt, ist die stündliche Aktualisierung der Messwerte. Ab und zu liegen die aktuellsten aufgeführten Messungen mehrere Stunden zurück. Vereinzelt gibt es – zumindest vorübergehend – stundenlange Datenlücken. Ausnahmen, aber ärgerlich.

Das muss nicht an der App selbst liegen. Laut UBA kann es hin und wieder auch zu Störungen in Messgeräten kommen oder in der Datenübertragung bis zum Server, der die App mit Daten versorgt.

Fazit: „Luftqualität“ ist eine ansprechende App, die auch nützlich sein kann – vorausgesetzt, die angefragten Daten liegen vor. Noch praktischer dürfte Version 2 im kommenden Jahr werden, dann sind auch Schadstoff-Prognosen vorgesehen. Ein Asthmatiker zum Beispiel kann dann besser entscheiden, ob er eine Radtour plant oder lieber gleich ins Kino geht.

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