Afrikanischer Elefant bei Sonnenuntergang (Foto: dpa Bildfunk, McPHOTO/F. Scholz)

Kommentar: Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Cites) Sensationelle Artenschutz-Beschlüsse fast unbemerkt von der Öffentlichkeit

Elfenbein-Handel bleibt illegal, Giraffen- und Schildkröten-Teile werden strenger kontrolliert. SWR-Umweltredakteur Dominik Bartoschek ist erstaunt über die Cites-Ergebnisse.

Knapp zwei Wochen haben die 183 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens in Genf verhandelt, für welche Tiere und Pflanzen künftig strengere oder auch weniger strenge Handelsregeln gelten sollen.

Artenschutzkonferenz Cites in Genf (Foto: dpa Bildfunk, Fotograf:Salvatore Di Nolfi)
Die Konferenz hat sich auch mit Tropenhölzern und exotischen Tieren für den Heimtierhandel beschäftigt. Fotograf:Salvatore Di Nolfi

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat diese Konferenz dabei etwas geschafft, was heute Seltenheitswert hat: In geradezu atemberaubender Einigkeit wichtige Schritte für mehr Artenschutz zu tun.

Dauer
  • Der Handel mit Elfenbein oder Nashorn-Horn wird nicht legalisiert.
  • Der Handel mit Körperteilen der bedrohten Giraffen wird künftig strenger kontrolliert.
  • Der Handel mit Haien und Rochen, mit zahlreichen Echsen, Schildkröten und seltenen Hölzern wird ebenfalls stärker reglementiert.

Anträge wurden nicht abgelehnt - sie wurden abgeschmettert

Das allein ist schon erstaunlich genug. Doch hinzukommt: Die Anträge zur Freigabe von Elfenbein- oder Nashorn-Teilen wurden nicht einfach abgelehnt, sie wurden abgeschmettert. Auch bei anderen Anträgen ist selten so viel Einigkeit unter den 183 Staaten, wenn es darum geht, Tiere und Pflanzen besser zu schützen.

Natürlich hat das alles nur eine begrenzte Wirkung. Das Washingtoner Artenschutzabkommen schützt schließlich keine Lebensräume. Wo Urwälder brennen, rettet auch kein Handelsverbot die darin lebenden Arten.

Und auch illegalen Handel wird das Abkommen nie ganz vermeiden können. Solange es Menschen gibt, die Kissenbezüge aus dem Fell von Giraffe als Statussymbol ansehen, wird es auch Wilderei geben.

Die neun Tage alte Giraffe Bine leckt im Tierpark Friedrichsfelde ihrer Giraffen (Foto: dpa Bildfunk,  Foto: Stephanie Pilick/dpa)
So lange Menschen Giraffenfell für Kissenbezüge kaufen, wird es auch entsprechende Angebote geben. Foto: Stephanie Pilick/dpa

Wer Elfenbein nach Hause bringt, ist ein Schmuggler

Aber gerade deshalb braucht es Handelsregulierungen und -verbote, und sei es nur wegen der Signalwirkung: Sie machen jeden, der Elfenbein aus dem Urlaub mit nach Hause bringt, zum Schmuggler! Die Ausrede, doch nur ein naiver Tourist zu sein, zieht nicht, wenn ein Handelsverbot schwarz auf weiß in einer Konvention steht, auf die sich 183 Staaten verpflichtet haben.

Deshalb retten die Genfer Beschlüsse allein zwar keine Art vor dem Aussterben. Aber sie tragen zumindest ihren Teil gegen das Artensterben bei. Denn sie bewahren viele Tiere und Pflanzen davor, allein wegen ihres Geldwertes gejagt, getötet oder gesammelt zu werden.

Und genau deshalb war diese Genfer Konferenz so wichtig. Und so ermutigend, gerade wegen ihrer großen Einigkeit.Davon würde ich mir mehr wünschen angesichts der Öko-Katastrophen, die unseren Planeten derzeit heimsuchen.

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