Weggeschmissene Lebensmittel in einer schwarzen Tonne (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

Kampagne gegen Verschwendung So lassen sich Lebensmittelabfälle vermeiden

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Das baden-württembergische Verbraucherschutz-Ministerium will mit einer neuen Kampagne gegen Lebensmittel-Verschwendung vorgehen. In einer Aktionswoche gibt es Tipps für Verbraucher.

Unter dem Motto „Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land“ startete das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg eine einwöchige Kampagne, um die Lebensmittelabfälle im Land zu reduzieren.

Neue Helden vermeiden Lebensmittelabfälle

Wie lassen sich Abfälle vermeiden? Wie kaufe ich bewusster ein? Und wie lagere ich Lebensmittel richtig? Fragen wie diese stehen bei der landesweiten Aktionswoche von Land und Einzelhandel im Mittelpunkt. Antworten werden gleich mitgeliefert – in Flyern und Broschüren, an Info-Ständen und in Workshops. Außerdem gibt es einen eigenen Internetauftritt mit Tipps zur Vorratshaltung und Ideen zur Resteküche: lebensmittelretter-bw.de

Einer neuen Studie zufolge entsteht der Großteil aller Lebensmittelabfälle in Privathaushalten – 2015 waren das rund sechs Millionen Tonnen oder rund 75 Kilo pro Kopf. Etwa die Hälfte dieser Abfälle wäre vermeidbar. Wie, das zeigen auch Websites wie zugutfuerdietonne.de

Im Handel fallen inzwischen deutlich weniger Lebensmittelabfälle an als früher. Es gibt viele Kooperationen mit den Tafeln. Obst und Gemüse werden vor Ladenschluss zum Teil günstiger angeboten. Immer wieder wird auch krummes Gemüse verkauft.

Nahrungsmittel müssen so gelagert und behandelt werden, dass sie lange zum Verzehr geeignet bleiben. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Zu viel einkaufen oder falsch lagern lässt sich vermeiden. Thinkstock -

Einfache Tipps gegen Lebensmittel-Verschwendung im Alltag

Lebensmittel retten fängt schon mit dem sinnvollen Einkauf an – statt ohne Plan nach Sonderangeboten und Familienpackungen zu greifen. So banal es klingt:

Einkauf richtig planen

Im Kühlschrank und in den Schränken checken: Was ist da, was sollte aufgebraucht werden? Und dann planen: Was brauche ich zusätzlich? Was möchte ich heute und diese Woche kochen? Was fehlt, auf einem Einkaufszettel notieren – und später beim Einkaufen daran halten.

Was leicht verderblich ist, erst dann besorgen, wenn es auch gebraucht wird. Frischen Fisch zum Beispiel erst an dem Tag, an dem er auch in der Pfanne landet.

Nach dem Einkauf

  • Lebensmittel richtig lagern

Die meisten frischen Lebensmittel gehören gleich in den Kühlschrank. In die Tür können zum Beispiel Milch, Butter, Eier, Saucen. In die Schublade ganz unten kommen Obst und Gemüse. Auf das Fach direkt darüber – das ist am kühlsten – alles, was leicht verdirbt: Fleisch, Fisch und angebrochene Packungen. Diese am besten abdecken. Im mittleren Fach kann man beispielsweise Joghurt und Quark lagern, ganz oben die Reispfanne vom Vorabend.

Haltbarkeitsdaten auf verschiedenen verpackten Lebensmitteln (Foto: SWR, Foto: Dorothée Panse)
Mindesthaltbarkeit ist nur ein Richtwert. Foto: Dorothée Panse

Neue Ware nach hinten, Älteres nach vorne – für den besseren Überblick, was weg muss. Wichtig dabei: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt nur, wie lang der Hersteller für Geschmack, Geruch und Farbe garantiert. Oft ist der Joghurt aber auch danach noch gut. Einfach daran schnuppern und  probieren – dann selbst entscheiden.

  • Mit Resten kochen

Mit Resten, geöffneten Lebensmitteln oder angeschnittenem Gemüse lässt sich oft noch Leckeres zaubern. Aus altbackenen Brötchen, sehr reifen Tomaten und Rucola zum Beispiel ein Brotsalat. Rezept-Ideen liefern unter anderem die kostenlose Beste-Reste-App fürs Smartphone oder die Websites zugutfuerdietonne.de und lebensmittelretter-bw.de

Noch mehr Tipps per Einkauf-Apps und Foodsharing

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen BW
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