Trockenes Laub am Fuße einer Platane in Ulm (Foto: SWR, Sabine Bauer)

Hitze, Trockenheit, Klimawandel So muss der Stadtbaum der Zukunft aussehen

Der Klimawandel ist eine echte Herausforderung für Bäume in der Stadt – nicht jede Baumart wird in der brütenden Hitze überleben können. Wer übersteht wenig Wasser und viel Sonne?

Gesucht wird:

  • Ein Baum, der 39 Grad Hitze aushalten kann, auch mal über mehrere Tage;
  • der eine Weile ohne Wasser auskommen kann;
  • der standfest ist, aber dessen Wurzeln nicht viel Platz brauchen.

Das ist der Zukunftsbaum für die Stadt, die durch den Klimawandel auch bei uns heißer und trockener wird. Platane, Linde, Ahorn, Kastanie – die, die typischerweise bisher die Städte begrünen – halten die immer häufigeren Trocken- und Hitzeperioden nicht so gut aus.

Dauer

Gefunden wurden:

Ein paar Alternativen wie der italienische Ahorn. Da wo er herkommt, ist er Wärme, Hitze und Trockenheit gewohnt. Oder der Guttapercha-Baum aus China, eine Gummibaumart, die Sonne mag und längere Trockenheit gelassen nimmt.

Das Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“ in Bayern hat eine ganze Liste mit brauchbaren Kandidaten erstellt. Dort hat man solche neuen „Klimabäume“ über Jahre hinweg an verschiedenen Standorten beobachtet, wie sie sich in Hitzesommern durchschlagen.

Wenn der Silberlinde beispielsweise die Sonne zu heftig auf die Krone scheint, dann dreht sie einfach ihre Blätter und die eher silbrige, filzige Unterseite reflektiert die Sonnenstrahlen zurück – also wie ein eingebauter Sonnenschirm.  

Gingko, Spanische Eiche, japanische Zelkove – die, die unser neues, aufgeheiztes Stadtklima gut vertragen, sind zumeist keine heimischen Arten, so wie es sich Naturschutzgesetz und Umweltschützer wünschen. Das muss aber kein Nachteil sein, denn Untersuchungen ergaben: Insekten und Käfer lassen sich auf diesen gebietsfremden Arten genauso nieder wie auf den heimischen Bäumen.

Blätter der Silberlinde: oben grün, Unterseite silbrig (Foto: dpa Bildfunk, Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk)
Die Silberlinde dreht ihre Blätter um, dann reflektiert die silbrige Unterseite Sonne und Hitze. Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk

Was die Versuche auch gezeigt haben:

Das Zukunftsbaum-Rennen sollte nicht nur ein Kandidat gewinnen – die Baum-Vielfalt machts. Also nicht Monokultur – die ganze Allee mit der gleichen Baumart – sondern eine gesunde Mischung. Die ist stabiler und birgt weniger Risiko, dass mit einem Hitzesommer oder einer Schädlingswelle gleich Hunderte von Bäumen dahin sind.

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