Günstig, legal und zuverlässig? Haushaltshilfenvermittlung übers Internet

Im Internet gibt es Portale für Putzhilfen oder Babysitter. Gegen eine Gebühr wird eine Hilfskraft vermittelt. Auf was Sie dabei achten müssen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Putzhilfe per Mausklick

Elena Büttner und ihr Mann suchen eine Haushaltshilfe. “Wir sind beide berufstätig und arbeiten viel, da bleibt uns nicht mehr so viel Zeit und die wenige Zeit die wir haben, möchten wir lieber mit unserem Sohn verbringen.“ Bei der Suche im Internet wird die junge Mutter schnell fündig: betreut.de. Eine Seite, die unter anderem Putzhilfen vermittelt.

Auf einer Internetseite werden Haushaltshilfen angeboten. (Foto: SWR, Aus Marktcheck-Beitrag vom 5.11.2019)
Auf verschiedenen Vermittlungsportalen werden Haushaltshilfen in der Nähe angeboten. Aus Marktcheck-Beitrag vom 5.11.2019

Bezahlen kommt vor der Vermittlung

Das System präsentiert Elena Büttner nach wenigen Klicks Haushaltshilfen - 16 stehen zur Auswahl. Doch die Kontaktdaten gibt das System nicht preis. Vorher soll sie eine Premium-Mitgliedschaft abschließen. Für 35 Euro! 

Hand hält 8,50 Euro in ihrer Hand. Dahinter steht Putzeimer und Wischer. (Foto: SWR, Fotograf:Patrick Pleul)
Inzwischen werden Putzhilfen, Nachhilfelehrer und Babysitter oft online gesucht. Fotograf:Patrick Pleul

Elena Büttner: “Wir haben uns gedacht, wir bezahlen einmal und dann werden wir schon jemanden finden.“ Nach dem Bezahlen schreibt sie verschiedene Putzhilfen an und wartet auf Rückmeldung. Doch niemand meldet sich - wochenlang.

Bei Nichtvermittlung kein Geld zurück

Im Internet finden sich zahlreiche Beschwerden. Oft geht es um ausbleibende Reaktionen der angepriesenen Haushaltshilfen. Auf Nachfrage teilt uns das Unternehmen mit:

„So wie es viele Gründe geben kann, warum eine Familie eine Haushaltshilfe einer anderen vorzieht, so wählen auch Jobsuchende Angebote nach bestimmten Kriterien aus. … Nicht jede Interaktion führt zu einem Match.“

betreut.de

Verbraucherschützer warnen

Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vermutet ein gut verschleiertes Abo-Modell - versteckt hinter vielen Abfragen über die gewünschte Hilfskraft. Wer die Internetseiten nicht genau liest, hat mit den 35 Euro eine Mitgliedschaft abgeschlossen, die sich monatlich automatisch verlängert. Der Hinweis darauf findet sich erst am Ende der Webseite.

Ein boomender Markt - Haushaltshilfen, die via Internet vermittelt werden. Neben betreut.de finden wir auch eine Vielzahl an Beschwerden zum Portal haushelden.de. Auf Nachfrage bei dem Unternehmen erklärt uns das Vermittlungsportal, die vielen negativen Beschwerden nicht nachvollziehen zu können. Es betont:

„…dass wir jeden Monat erfolgreich hunderte Vermittlungen ausführen und negative Erlebnisse eher zu einem Bewertungsereignis führen als positive.“

Portal United AG

Das Problem: Bei solchen Haushaltshilfe-Portalen muss meist im Voraus bezahlt werden, sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Ob sich dahinter wirklich ein guter Dienstleister verbirgt, weiß man erst nach dem Abschluss.

So finden Sie eine gute Putzhilfe

  • Bevor man sich eine Putzhilfe ins Haus bestellt, sollte man beim Vermittler nachfragen, ob es sich um eine ausgebildete Putzkraft handelt. Bei Internetvermittlern ist das oft nicht der Fall. Hier wird oft jeder zugelassen, der dafür zahlt.
  • Das Kleingedruckte lesen: In den AGBs des Vermittlers müssen versteckte Kosten, auch Stornierungs- und Reklamationsbedingungen, aufgeführt sein. Viele Portale weisen die anfallenden Kosten nicht gleich am Anfang aus.
  • Wer sichergehen will, dass die Putzhilfe richtig angemeldet ist, kann auch bei der Haushaltsjobbörse der Minijob-Zentrale suchen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können hier im Vorfeld direkt Kontakt zueinander aufnehmen - und das kostenlos.
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