Felge mit Sterin am Modell Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxery (Foto: dpa Bildfunk, SWR, picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Rote Zahlen im zweiten Quartal Hoher Verlust bei Daimler

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Nachdem der Autobauer erneut sein Gewinnziel für 2019 nach unten korrigiert hat, steht der Konzern vor schwierigen Zeiten.

Daimler nannte für die Gewinnwarnung mehrere Gründe: höhere Rückstellungen für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags und zur Bewältigung der Dieselaffäre, eine Umsortierung im Geschäftsbereich Mercedes-Benz Vans, verlangsamte Produktionshochläufe und eine Wachstumsschwäche der Automobilmärkte, besonders auf dem für Daimler extrem wichtigen chinesischen Markt. Dies alles führt in der Summe zum Minus von 1,6 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2019. Nachdem Daimler 2018 im gleichen Zeitraum noch gut 2,6 Milliarden Euro verdient hatte.

Dauer

"Die Gewinnwarnung kommt vom Zeitpunkt her überraschend und auch von der Dimension her."

Gerhard Wolf, Autoanalyst der Landesbank Baden-Württemberg

Welche Möglichkeiten hat Daimlers neuer Chef Ola Källenius?

Ein Sparprogramm existiert schon lange. Es stammt von Källenius Vorgänger Dieter Zetsche. Das Sparprogramm betrifft die klassischen Maßnahmen: weniger Reisekosten, die Verträge der Leiharbeiter wurden nicht verlängert und das Angebot früher in Rente zu gehen. Aber es gibt eine Jobgarantie für die Festangestellten in Deutschland bis 2029. Also ein radikaler Sparkurs mit einem massiven Abbau von Beschäftigten -wie ihn die Deutsche Bank zum Beispiel plant - kann Daimler nicht fahren.

Ola Källenius ist seit Mai 2019 Chef von Daimler. (Foto: SWR)
Ola Källenius ist seit Mai 2019 Chef von Daimler.

Wert der Daimler-Aktie halbiert sich

Der Wert der Daimler-Aktie lag 2015 bei 93 Euro. Derzeit steht das Papier bei um die 46 Euro. Trotzdem Daimler hat in den vergangenen Jahren auch vieles richtig gemacht. Der Stuttgarter Autobauer hat früh die Chancen in China erkannt - und dort auch kräftig investiert. Das Unternehmen hat neue, attraktive Autos entwickelt, etwa die A-Klasse komplett neu aufgestellt, und neue Käuferschichten für Mercedes erschlossen.

Vom Autohersteller zum Mobilitätsanbieter

Daimler wandelt sich vom Autohersteller zu einer Art Mobilitätsanbieter. Das zeigen etwa die Investitionen ins Carsharing mit Cartogo, oder in Taxi-Apps und andere neue Geschäftsmodelle. Aber vieles dauert bei einem solchen Riesenkonzern wie Daimler sehr lange. Die gute Nachricht ist immerhin, dass Daimler in der Vergangenheit viel Geld verdient hat, dass man nun investieren kann – allerdings auch investieren muss, um in Zukunft wieder besser Zahlen zu erwirtschaften.

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