Blick auf den Weihnachtsmarkt am Wasserturm in Mannheim (Foto: Pressestelle, Mannheimer Weihnachtsmarkt GmbH -)

Glühwein und Advents-Shopping Deshalb sind Weihnachtsmärkte wichtig für die Innenstädte

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Dieses Jahr öffnen viele Städte ihre Buden bereits vor dem Advent. Ludwigshafen und Freiburg gehören zu den ersten im Südwesten. Lichterglanz und Leckereien kurbeln die Umsätze an.

Traditionell eröffnen Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag, dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent. Bereits vor dem Totensonntag gibt es dieses Jahr adventlichen Marktzauber in Rheinland-Pfalz etwa in Ludwigshafen, Worms, Bad Münstereifel, Monschau oder Koblenz. In Baden-Württemberg gehören zu den Vorreitern Baiersbronn, Freiburg, Triberg, Murg oder Schemmerhofen.

Weihnachtsmärkte öffnen früher und schließen später

Bereits seit einer Woche läuft der Weihnachtsmarkt in Duisburg – Eröffnung ganze 17 Tage vor dem ersten Advent. Einen Tag später folgten Essen und Oberhausen. Diese extrem frühen Weihnachtsmärkte haben vor allem Kirchen in Nordrhein-Westfalen kritisiert. Sogenannte Winterwelten wie in Berlin oder kleine Stadtteil-Weihnachtsmärkte waren sogar noch früher dran.

Parallel dazu verschiebt sich auch das Ende immer weiter nach hinten. Mainz öffnet bis 30. Dezember oder Baden-Baden bis zum 6. Januar. Alle Städte begründen die längere Öffnung mit dem hohen Kundeninteresse.

Das Glühwein-Eck auf dem Weihnachtsmarkt in Kaiserslautern. (Foto: SWR)
Magnet auf allen Weihnachtsmärkten: die Glühwein-Stände - auch in Kaiserslautern.

Der Online-Konkurrenz Paroli bieten mit Glühwein- und Mandelduft

Tatsächlich sind Weihnachtsmärkte eines der wenigen Marketing-Instrumente, die Menschenmassen in die Innenstädte ziehen und möglicherweise dazu führen, dass Geschenke vor Ort und nicht online gekauft werden.

Rund 2.500 Weihnachtsmärkte gibt es jährlich in Deutschland, besucht von 160 Millionen Menschen. Jeder gibt dort im Schnitt etwa 30 Euro aus. So kommt ein geschätzter Umsatz von drei bis fünf Milliarden Euro zustande. Zum Vergleich: Das ist immerhin knapp ein Zehntel des gesamten Jahresumsatzes im Onlinehandel. Am umsatzstärksten sind dabei die alten und bekannten Märkte wie der Nürnberger Christkindlesmarkt.

Gewerkschaften kritisieren Arbeitsbedingungen

Für Budenbetreiber sind die Weihnachtsmärkte lukrativ. Viele machen hier in der Adventszeit ein Drittel ihres gesamten Jahresgewinns. Allerdings berichten Gewerkschaften wie Verdi immer wieder über schlechte Arbeitsbedingungen für Helfer, über niedrige Löhne, lange Schichten und kurze Pausen. Rund 190.000 Menschen arbeiten jedes Jahr auf den Weihnachtsmärkten in Deutschland.

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