verseckt wird ein PIN am Geldautomaten eingegeben (Foto: Colourbox)

Gefahren des bargeldlosen Bezahlens So schützen Sie EC-Karte, PIN-Nummer und Konto

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Betrüger lassen sich immer neue Methoden einfallen, um an Ihre Kontodaten, EC-Karte und PIN zu gelangen. Schützen Sie sich und handeln Sie auch beim kleinsten Verdacht umgehend.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Tipps zum Umgang mit der PIN

  • Beobachten Sie ihr Umfeld genau, während Sie an den Geldautomaten gehen. Befinden sich dort Personen, die Sie beobachten, sich auffällig verhalten oder dort nicht hingehören?
  • Die gleiche Vorsicht empfiehlt sich überall, wo Sie bargeldlos bezahlen, also auch an der Tankstelle oder im Supermarkt, denn mitunter arbeiten Betrüger in Etappen: Im ersten Schritt wird beispielsweise im Supermarkt die PIN ausgespäht und irgendwann später wird an einem anderen Ort die EC-Karte geklaut.
  • Geben Sie ihre PIN immer verdeckt ein und achten Sie auf genügend Sicherheitsabstand zu anderen Personen. Egal, ob aufdringliche Personen oder angebliche, höfliche Helfer - bitten Sie alle, auf Distanz zu bleiben.
  • Decken Sie ihre Hand während der PIN-Eingabe mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z.B. der Geldbörse oder einem Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab. Das erschwert es Tätern, Ihre Nummer auszuspähen.
  • Nutzen Sie keinen Geldautomaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt. Sind Leisten oder Verblendungen angebracht, stehen Teile ab, sind welche locker - oder finden Sie Klebspuren rund um den Kartenschlitz? Dann sollten Sie den Automaten nicht benutzen und die Polizei verständigen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig ihre Kontoauszüge und wenden Sie sich an ihre Bank, sollte ihnen etwas auffällig vorkommen.
  • Zum Öffnen der Tür einer Bank wird niemals die PIN benötigt. Sollte die Nummer verlangt werden, sollten Sie die Polizei verständigen.
  • Sie sollten keinen Zetteln oder anderen Hinweisen folgen, die sie zur mehrmaligen Eingabe der PIN auffordern.

Weitere Infos finden sie auf den Präventionsseiten der Polizei.

Sperr-Notruf 116 116

Sperrnotrufnummer 116 116 für EC-Karten (Foto: Pressestelle, SERVODATA GmbH)
EC-Karten können bundesweit über 116 116 gesperrt werden. Pressestelle SERVODATA GmbH

Sollte die Karte doch einmal abhandenkommen, oder Sie haben den Verdacht, Ihre Kartendaten wurden ausgespäht, dann sollten Sie sie am besten sofort sperren lassen. Debitkarten (z.B. Girocard, früher auch als EC-Karte bezeichnet) können bundesweit über die einheitliche zentrale Telefonnummer 116 116 * gesperrt werden. Im Ausland funktioniert die Nummer ebenfalls, es muss dazu allerdings die Landesvorwahl 0049 vorgewählt werden. Zudem ist der Sperr-Notruf im Ausland unter der Nummer 0049-(0)30 40 50 40 50 erreichbar. In Deutschland können Sie auch alternativ diese Nummer anrufen: 01805/021 021 **

Der Sperr-Notruf 116 116 ist rund um die Uhr und gebührenfrei erreichbar. Er ist für sprach- und gehörgeschädigte Menschen auch per FAX unter der 116 116 erreichbar.

Welche Karten können gesperrt werden?

Mit dem Sperr-Notruf 116 116 können Kunden alle Karten sperren, deren Herausgeber sich der Nummer angeschlossen haben. Das sind 90 Prozent aller Bank- und Zahlungskarten.

Welche Angaben werden zum Sperren gebraucht?

Wenn Sie ihre Karte sperren lassen möchten, benötigen Sie bei Debitkarten unbedingt die Kontonummer. Haben Sie die IBAN oder die Bankleitzahl vorliegen, beschleunigt das den Prozess. Bei Kreditkarten brauchen Sie nur den Namen der Bank oder die Bankleitzahl.

Sperrnummern für Kreditkarten:

  • MasterCard nur Deutschland: 0800 819 1040 *
  • aus anderen Ländern (R-Gespräch): +1 636 7227 111
  • Visa: 0800 811 8440 *
  • aus anderen Ländern (R-Gespräch): +1 303 9671 096
  • American Express: +49 69 97 97 2000 **
  • Diners Club: +49 69 900 150 135 oder 136**

* Kostenlos aus dem deutschen Festnetz und aus dem Mobilfunknetz innerhalb Deutschlands, abweichende Gebühren aus dem Ausland

** 14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz, 42 Ct./Min. Mobilfunkhöchstpreis, abweichende Gebühren aus dem Ausland

rot unterstrichener Minusbetrag auf einem Kontoauszug (Foto: Getty Images, Zoonar RF)
Der Lastschriftverkehr sollte über KUNO ebenfalls gesperrt werden Zoonar RF

Sperren alleine reicht nicht: Lastschriftverkehr über KUNO ebenfalls sperren

KUNO (Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen) ist ein freiwilliges System der Wirtschaft und der Polizei. Nachdem Sie den Verlust oder Diebstahl ihre Debitkarte bei der Polizei gemeldet haben, werden die benötigten Daten (Kontonummer, Bankleitzahl und Kartenfolgenummer, die Kartenfolgenummer kann nachgemeldet werden) an die Kooperationspartner des Einzelhandels weitergegeben. Dadurch werden die am KUNO teilnehmenden Händler informiert. Daraufhin können auch keine Lastschriftzahlungen (Bezahlen mit Karte und Unterschrift) mehr bei jenen Händlern vorgenommen werden. Alle Informationen rund um das KUNO finden Sie hier.

SOS-Infopass

Den sogenannten SOS-Infopass können Sie hier herunterladen und anschließend ausdrucken. Auf dem Merkblatt sind alle wichtigen Informationen, Vorgehensweisen und Telefonnummern zusammengestellt, die Sie für eine Kartensperrung benötigen.

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