Computer- und Videospiele haben sich zu einem starken Wirtschaftsfaktor entwickelt. (Foto: SWR, Tobias Frey)

Gamescom in Köln Computerspiele lassen die Kassen klingeln

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Die deutsche Games-Branche stellt immer neue Rekorde auf, sie wächst seit Jahren – auch im Südwesten. Spieleschmieden aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind bei der Gamescom.

Für die Computer- und Videospielbranche in Deutschland geht es seit Jahren nur in eine Richtung – nach oben. Die Gesamtumsätze lagen 2018 bei mehr als 4,4 Milliarden Euro, so der Branchenverband Game. Höher als im Profi-Fußball – zum Vergleich: In der Fußball-Bundesliga kamen die 18 Vereine in der Saison 2017/2018 auf einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro.

Auch im ersten Halbjahr 2019 gab es in der Spielebranche deutliche Zuwächse. Vor allem das Geschäft mit Spielen für Smartphones läuft richtig gut, hier klettern die Umsätze seit Jahren im zweistelligen Bereich nach oben. Weniger Geld wurde 2018 mit klassischer Hardware wie zum Beispiel Konsolen oder Gamepads verdient.

„Egal, ob Jung oder Alt - viele Menschen merken, dass Spielen viel Spaß macht. Gerade mobile Spiele, die auf Smartphones oder Tablets gespielt werden können, sind besonders beliebt.“

Felix Falk, Geschäftsführer Game-Verband, im SWR

Auch der Südwesten hat mit Spieleunternehmen Erfolg

Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Branchenverbandes mittlerweile mehr als 600 Unternehmen, die Computer- und Videospiele entwickeln und vertreiben. Auch im Südwesten haben sich etliche bekannte Spieleschmieden niedergelassen – in Rheinland-Pfalz zum Beispiel Kalypso in Worms und Blue Byte in Mainz, in Baden-Württemberg die Karlsruher Spieleschmiede Gameforge oder Black Forest Games in Offenburg.

Im Südwesten gibt es auch etliche Entwicklerstudios, die nur eine Handvoll Mitarbeiter haben – unter anderem in Kirchheim/Teck, Weingarten in Oberschwaben, Pirmasens oder Kaiserslautern. Auch in Ludwigsburg haben sich viele Spielefirmen angesiedelt, da die dortige Filmakademie Baden-Württemberg mittlerweile nicht nur Filmemacher, sondern auch Computerspiel-Entwickler ausbildet.

Dauer

Auch eine SWR-Produktion ist auf der Gamermesse vertreten: Am Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg präsentiert die Landesrundfunkanstalt die Virtual Reality-Anwendung "BlautopfVR". Das Programm führt die Nutzer auf eine virtuelle Reise in das verzweigte Höhlensystem unter der Karstquelle Blautopf in Blaubeuren. BlautopfVR kann kostenlos heruntergeladen werden, zum Beispiel auf der Spieleplattform "Steam".

Zocken, Daddeln, Spielen - die Gamescom in Köln

Ein Pflichttermin für die Unternehmen aus der Games-Branche ist jedes Jahr die Gamescom. Die weltgrößte Computerspielmesse geht 2019 vom 20. August bis zum 24. August in Köln über die Bühne. 1.000 Aussteller aus mehr als 50 Ländern zeigen die neuesten Trends, erwartet werden einige hunderttausend Besucher.

Die weltgrößte Computerspielmesse Gamescom lockt jedes Jahr hunderttausende Zocker nach Köln. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christophe Gateau/dpa)
Die weltgrößte Computerspielmesse Gamescom lockt jedes Jahr hunderttausende Zocker nach Köln. picture alliance/Christophe Gateau/dpa

Bei der Gamescom sind auch etliche Spielentwickler aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dabei. Kein Wunder: Bei der Computerspielmesse können nicht nur die eigenen Produkte präsentiert werden. Viele kleinere Unternehmen können außerdem Gespräche mit potenziellen Investoren führen.

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