GPS, Apps, Alarmanlagen und stabile Schlösser Was wirklich gegen Fahrraddiebstahl hilft

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Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut. Und Dieben wird es oft sehr leicht gemacht. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Räder sicher abzustellen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
21:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Neben sinnlosen Billig-Schlössern, die oft unter fünf Euro kosten, unterscheidet man sechs verschiedenen Arten von brauchbaren Schlössern: Kabel- und Spiralkabelschlösser, Bügelschlösser, Panzerkabel, Rahmen- und Bremsscheibenschlösser. Außerdem gibt es zwei Varianten von Fahrrad-Alarmanlagen. Zusätzlich hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club eine Checkliste zur Diebstahlsicherung.

Bügelschlösser

Die schweren Stahlbügel sind das Beste für die Fahrradsicherheit. Die Markenprodukte sind so stabil gebaut, dass ein gewaltsamer Aufbruchsversuch auf offener Straße kaum Erfolg hat. Allerdings ist das Anschließen an Laternen oder Bäume schwierig.

Panzerkabel und Ketten

Gute Panzerkabel und Kettenschlösser sind fast so sicher wie Stahlbügel, da die Panzerung oder die Kettenglieder ähnlich widerstandsfähig sind. Ihr Vorteil: Sie sind wesentlich flexibler, was das Anschließen an Straßenlaternen ermöglicht.

Faltschlösser

Faltschlösser lassen sich wie ein Zollstock einfach zusammenlegen und gut am Fahrrad befestigen. Die hochwertigen und damit auch hochpreisigen Modelle sind ähnlich sicher wie Bügelschlösser. Wichtig: Immer die längste Version wählen, damit das Anschließen klappt.

Rahmenschlösser

Rahmenschlösser reichen als alleinige Diebstahlsicherung nicht aus. Sie sind nur eine Art „Wegfahrsperre“. Für einen kurzen Besuch beim Bäcker kann es reichen, das Hinterrad zu blockieren. Allerdings nur, wenn man sein Rad im Auge behält. Darüber hinaus eignen sie sich als zusätzliche Sicherung und haben den Nebeneffekt, dass das Hinterrad gegen Teileklau gesichert ist.

Spiralkabelschlösser

Für die dünnen Spiralkabel gilt das gleiche wie für Rahmenschlösser: Besser als nichts – aber man sollte sein Rad immer im Auge behalten.

Bremsscheibenschlösser

Für Motorräder gibt es sie schon länger, jetzt sind sie auch für Fahrräder mit Scheibenbremsen auf dem Markt. Bremsscheibenschlösser werden durch die Löcher in der Bremsscheibe geführt und blockieren zuverlässig das betreffende Rad.

Externe Fahrrad-Alarmanlagen

Alarmanlagen sind kleine Geräte, die an das Fahrrad montiert werden. Sie sind klein und handlich und können unauffällig angebracht werden. Solche Geräte kosten rund 100 Euro.

Interne Fahrrad-Alarmanlagen

Sie verbinden Fahrradschloss mit Alarm – für Diebe kaum zu erkennen. Fahrradschlösser mit Alarm sind mit integrierten Bewegungssensoren ausgestattet, die alle Bewegungen des Rades überwachen. Fummelt ein Dieb am Rad herum oder versucht es wegzutragen, ertönt ein 110 dB-lauter Alarmton bis zu 30 Sekunden lang. Bei weiterer Manipulation setzt sich der Alarm fort, so dass der Kriminelle kontinuierlich bei seinem Plan gestört wird.

Teilweise ist ein Fahrradschloss mit Alarm an eine Smartphone App gekoppelt. Dann erhält der Fahrradbesitzer eine sofortige Mitteilung auf das Smartphone. Wichtig ist dabei in den meisten Fällen, dass sich der Besitzer in Empfangsreichweite aufhält.

Tipps von der Fahrrad-Expertin

Die Fahrradexpertin Gudrun Zühlke vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) rät, bei einem teuren Fahrrad zwei Schlösser verschiedenen Typs zu benutzen, da jeder Dieb auf eine Schlossart spezialisiert sei.

Wenn die Schlösser nichts genutzt haben: GPS-Tracker führen zum Rad

Auf dem Markt sind verschiedene Systeme von GPS-Systemen zur Diebstahlsicherung. Die GPS-Tracker sind an unauffälligen Stellen am Fahrrad angebracht, zum Beispiel im Rücklicht. Wirkt das Rad geklaut lässt es sich mittels des GPS-Signals und mit Hilfe einer App wieder auffinden.

Was sollte ein Fahrradbesitzer machen, wenn er sein Rad dank GPS wiederfindet?

Gudrun Zühlke vom ADFC rät, das Fahrrad zunächst mit einem eigenen Schloss zu sichern und dann die Polizei anzurufen. Auf keinen Fall solle man sein Fahrrad „zurückklauen“. Das GPS-System habe den Vorteil, dass man sein Rad rasch wiederfinde, wenn ein Gelegenheitsdieb es zwei, drei Straßen weiter schiebt. Wenn eine organisierte Bande das Fahrrad klaut, dann helfe auch das GPS-System nicht viel. Banden bringen geklaute Räder oft ins Ausland und zerlegen sie oftmals auch in Einzelteile.

Was bringt die Fahrradpass-App der Polizei?

Die Fahrradpass-App sei im Prinzip nichts anderes als ein Blatt Papier mit Infos zum Rad und Fotos, meint Gudrun Zühlke. App-affinen Menschen könne dies ein gutes Gefühl bereiten, aber ansonsten habe die App keinen Mehrwert zum guten alten Notizblock und klassischen Fotos. Allerdings sind in der App zumindest alle Daten, die zur Identifizierung eines gestohlenen Rades benötigt werden, gespeichert. Dadurch können die Daten im Notfall schnell an die Polizei oder an die Versicherung weitergeleitet werden.

Die Polizei hat ihre Tipps zur Sicherung von Fahrrädern auf Flugblättern und auch online zusammengestellt.

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