Krank am Arbeitsplatz: Zu wenig Arbeitsschutz-Kontrollen in Rheinland-Pfalz (Foto: SWR)

„Finanztest“ vergleicht Berufsunfähigkeitsversicherung – je früher, umso günstiger

Rein statistisch gesehen trifft es jeden Vierten: zeitweilig oder auf Dauer berufsunfähig durch einen Unfall oder Krankheit. Finanztest hat überprüft, welche Versicherungen helfen.

Es kann wirklich jeden treffen – und es trifft leider auch für Viele zu: Jeder Vierte scheidet tatsächlich vor der Zeit, also vor dem 65. Lebensjahr, aus dem Beruf aus – muss ausscheiden, weil er schwer krank wird oder einen Unfall hat, für ein paar Monate oder Jahre. Manche können sogar gar nicht mehr arbeiten. Damit dann keine Armut droht, dagegen soll eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützen.

Stiftung Warentest hat Berufsunfähigkeitsversicherungen überprüft

Das Ergebnis ist sehr erfreulich, finden die Tester. Denn von 59 getesteten Berufsunfähigkeitsversicherungen wurden tatsächlich 35 mit „Sehr gut“ bewertet. 23 Mal gab es ein „Gut“. Das liege aber auch daran, dass dieses Mal nur die besten Versicherungen verglichen worden seien, sagen die Experten. Tatsächlich helfen solche Versicherungen im Notfall, bei schwerer Krankheit oder Unfall zumindest die finanzielle Not etwas zu lindern. Schließlich muss die oder der Betroffene auch ohne Lohn oder Gehalt weiterhin Miete zahlen, den Strom, den Einkauf und die Altersvorsorge.

Dauer

Keine staatliche Berufsunfähigkeitsrente vom Staat – früh selbst vorsorgen

Für alle, die nach 1961 geboren sind, gibt es keine staatliche Unterstützung mehr bei Berufsunfähigkeit. Wer 58 Jahre oder jünger ist, muss also tatsächlich selbst vorsorgen. Das sogar unbedingt, raten Verbraucherschützer. Schwere Krankheit oder Unfall können schließlich jeden treffen.

Weil sich Lebensalter und Gesundheitszustand immer direkt auf den Preis von Berufsunfähigkeitsversicherungen auswirken, kann man nicht früh genug damit beginnen. Am besten sollten 70 bis 80 Prozent des Einkommens abgesichert werden, raten Experten.

Was tun mit Mitte 50 etwa – gegen eine mögliche Berufsunfähigkeit?

Sich noch versichern, geht zumindest bis man 55 Jahre alt ist. Allerdings wird es dann meist teuer. Auch die Liste an Ausschlusskriterien steigt. Das heißt, eine Versicherung würde vermutlich viele Vorerkrankungen oder Folge-Krankheitsfälle ausschließen wollen und dann gar nicht zahlen. Trotzdem wäre eine Berufsunfähigkeitsversicherung immer die erste Wahl, auch in späteren Jahren noch. Denn selbst wenn sie teuer ist, bietet sie doch den größten und umfassendsten Schutz.

Diese Versicherungsleistungen halten die Tester für wichtig

Am besten sollte man sich aber direkt bei der Verbraucherzentrale oder einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten lassen, welche BU-Versicherung tatsächlich zu einem passt. Einen guten Anhaltspunkt bietet hierfür auch der Test von Stiftung Warentest zu den Berufsunfähigkeitsversicherungen, im Juli-Heft der Zeitschrift „Finanztest“.

Die zwölf besten der diesmal getesteten Tarife bieten zum Beispiel alle rückwirkende Zahlungen in den ersten sechs Monaten einer Erkrankung – bei verspäteter Meldung sogar noch drei Jahre danach. Wer also anfangs nicht absehen kann, dass er länger zuhause bleiben muss, kriegt auch nachträglich noch sein Geld. Viele der Anbieter zahlen auch dann, wenn eine Arbeitsunfähigkeit nur vorübergehend ist oder wenn ein Kind des Versicherten schwer erkrankt, sagt Stiftung Warentest.

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