ICE-Züge (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Boris Roessler/dpa)

Bahnverkehr in Deutschland So wirkt sich der Fahrplanwechsel aus

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Die Deutsche Bahn verzichtet zum Fahrplanwechsel am Wochenende auf höhere Preise im Fernverkehr. Mit mehr Zügen will der Konzern 2020 erfolgreicher sein als in diesem Jahr.

Immer im Dezember steht im Bahnverkehr der Fahrplanwechsel an. In diesem Jahr ist der Stichtag der 15. Dezember 2019. Normalerweise erhöht die Deutsche Bahn dann auch die Preise im Fernverkehr, doch in diesem Jahr verzichtet der Konzern darauf. "Die Preise für Bahncards werden ebenfalls nicht angehoben", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn dem SWR.

Fahrgäste können sich zum Jahreswechsel sogar auf niedrigere Preise freuen, da die Mehrwertsteuer auf Tickets im Fernverkehr gesenkt werden soll - von 19 Prozent auf 7 Prozent. Die Deutsche Bahn will diese Senkung eins zu eins an die Kunden weitergeben.

"Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wobei die Deutsche Bahn so langsam auch wieder mehr in Richtung Qualität gehen dürfte. Billig ist gut, aber die Qualität darf nicht vernachlässigt werden."

Stefan Buhl, Vorsitzender Pro Bahn Baden-Württemberg

Der Fahrgastverband Pro Bahn Baden-Württemberg begrüßt es zwar, dass die Deutsche Bahn die Preise zum Fahrplanwechsel nicht erhöht. Aber wichtiger sei ein zuverlässiger Bahnbetrieb. "Verspätungen, Zugausfälle oder umgekehrte Wagenreihungen - die Bahn muss zuverlässiger werden", sagt Stefan Buhl von Pro Bahn Baden-Württemberg. Von Januar bis Oktober lag die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr bei durchschnittlich 75 Prozent, jeder vierte Zug war also verspätet.

Mehr ICE-4-Züge in Baden-Württemberg

Dauer

In Baden-Württemberg werden Fahrgäste künftig häufiger den moderneren ICE 4 nutzen können. Die neueste Zuggeneration kommt im Laufe des Fahrplans 2020 unter anderem auf der ICE-Linie Freiburg-Mannheim-Hamburg und auf der ICE-Linie Ulm-Stuttgart-Dortmund zum Einsatz. Kritik gibt es jedoch von Fahrgastverbänden: Die Sitze im ICE 4 seien zu klein und zu unbequem.

Vorbereitung für die Sperrung Stuttgart-Mannheim

Bereits jetzt laufen die Planungen für die Mega-Sperrung der Schnellfahrstrecke Stuttgart-Mannheim. Von 10. April bis 31. Oktober 2020 wird die Pendlerstrecke, die täglich von rund 66.000 Reisenden genutzt wird, saniert und deshalb voll gesperrt. Die Fahrzeiten zwischen Stuttgart und Mannheim werden sich verlängern. Bahnfahrer können sich auf der Homepage der Deutschen Bahn über Ersatzverbindungen informieren.

Schlafend durch die Nacht

Die Österreichischen Bundesbahnen bauen ihr Nachtzugangebot weiter aus. (Foto: Pressestelle, ÖBB/Harald Eisenberger)
Die Österreichischen Bundesbahnen bauen ihr Nachtzugangebot weiter aus. Pressestelle ÖBB/Harald Eisenberger

Auch wenn die Deutsche Bahn kein Comeback im klassischen Nachtzuggeschäft plant, wird sie künftig mehr Züge durch die Nacht fahren lassen. Zum Fahrplanwechsel wird am späten Abend eine tägliche ICE-Direktverbindung von Ulm über Stuttgart nach Berlin angeboten.

Außerdem können Reisende künftig auch spontan im Nachtzug der Österreichischen Bundesbahnen von Zürich über Freiburg nach Hamburg fahren. Die Sitzwagen hier sind nicht mehr reservierungspflichtig. Die ÖBB bieten zudem ab Januar 2020 einen neuen Nachtzug von Wien nach Brüssel an, der auch durch Rheinland-Pfalz fahren wird. Wer möchte, kann dann in Koblenz oder Mainz zusteigen und in die belgische Hauptstadt reisen.

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