Durch eine Brille ist der Schriftzug Facebook zu sehen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Facebook zeigt Usern Daten von Werbepartnern Wissen was Facebook über mich weiß

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Das Online-Werbenetzwerk Facebook zeigt Nutzern in Deutschland ab sofort Daten, die es von Werbepartnern hat. Bringt die Funktion mehr Transparenz?

Die neue Funktion „Deine Aktivitäten außerhalb von Facebook“ hat sich SWR-Wirtschaftsredakteur Alexander Winkler angesehen. Hier ist seine Einschätzung dazu, was sie den Nutzern bringt.

Facebook verspricht eine neue Form von Kontrolle und Transparenz. Welche Daten können Nutzer jetzt sehen?

Wenn wir im Internet etwas lesen, ein Hotel suchen oder etwas einkaufen – dann können diese Informationen bei Facebook landen. Und genau um solche Daten geht es: Daten von Drittanbietern, also Apps und Webseiten, die wir nutzen, und die ihre Erkenntnisse an Facebook weitergeben.

Dazu gehört, wie oft wir diese Dienste nutzen bzw. uns dort anmelden, ob wir deren Produkte oder Inhalte anschauen oder ob wir etwas kaufen. Facebook verwendet diese Daten dann, um gezielt Werbung an uns zu richten. Teile dieser dauerhaft gespeicherten Daten können Nutzende ab sofort in ihren Profil-Einstellungen einsehen.

Warum können Nutzer nicht alle Daten sehen?

Der Konzern schreibt, dass zum Beispiel aus technischen Gründen nicht alle Daten angezeigt werden könnten. Auch Informationen, die an Facebook gehen, während ein Nutzer dort nicht angemeldet war, nennt Facebook als Beispiel. Oder auch, dass es manchen Anbietern untersagt sei, vertrauliche Informationen zu teilen.

Dauer

In den Facebook-Einstellungen gibt es die Auswahl „Aktivitäten außerhalb von Facebook ansehen oder löschen“. Kann ich die Daten komplett löschen?

Nein, auch das Löschen der Daten geht nur eingeschränkt. Nutzende haben zwar die Möglichkeit, die gesammelten Informationen vom eigenen Facebook-Profil zu entkoppeln. Das geht auch für die Zukunft. Anonymisiert liegen die Daten dem Konzern dann aber immer noch vor. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte ein Werkzeug mit dem Namen „Clear History“ angekündigt – von einem echten Löschen der Daten kann man aber hier nicht sprechen.

Das Image als „Datenkrake“ wird Facebook damit wohl nicht los. Was bringt die neue Funktion den Nutzern?

Wer das einmal ausprobiert, bekommt zumindest einen Eindruck davon, wie viele und welche Seiten und Apps Daten an Facebook geliefert haben. Das ist auf jeden Fall interessant zu wissen. Und die Funktion zeigt auch: Facebook vergisst tatsächlich nichts. Wer genau sehen will, was gespeichert ist, muss sich die Daten herunterladen und bekommt eine große Datei mit vielen Ordnern und Unterordnern. Das ist kompliziert und wenig aussagekräftig. Echte Transparenz und Kontrolle sehen anders aus.

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