Exklusive Umfrage des SWR Viele sind mit der Bahn unzufrieden

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Das Bild der Kunden von den Leistungen der Bahn ist oft schlecht. Das geht aus einer exklusiven Umfrage des SWR hervor.

Ein Balkendiagramm zeigt die Ergebnise der Umfrage zur Bahnkundenzufriedenheit an: 9 Prozent der Befragten sind "sehr unzufrieden", 29 Prozent "eher unzufrieden", 32 Prozent "eher zufrieden" und 2 Prozent "zufrieden". (Foto: SWR)
Ergebnisse einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag des SWR. Die übrigen Befragten wollten sich nicht äußern, weil sie zu selten Bahnfahren. Deshalb ergibt die Summe in der Grafik keine 100 Prozent.

Viele Bahnkunden sind mit den Leistungen der Deutschen Bahn nicht zufrieden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des SWR. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit den Leistungen des Konzerns eher unzufrieden oder sehr unzufrieden seien.

32 Prozent der Befragten stellten der Deutschen Bahn dagegen ein solides Zeugnis aus, sie bewerteten die Leistungen des Konzerns mit eher zufrieden. Nur zwei Prozent der Befragten waren sehr zufrieden. Für die Umfrage wurden rund 1.000 Menschen befragt.

Mehr Verspätungen im vergangenen Jahr

Kritik musste die Deutsche Bahn in der Vergangenheit vor allem wegen der Pünktlichkeit einstecken: 2018 war jeder vierte Fernzug zu spät. Die Quote der pünktlichen Fernverbindungen ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen – von 78,5 auf 74,9 Prozent. Eigentlich hatte sich die Bahn zum Ziel gesetzt, die Verspätungen zu reduzieren.

Eine Ursache für die Verzögerungen im Verkehr sind dem Fahrgastverband „Pro Bahn“ zufolge die vielen Baustellen, die es auf deutschen Bahnstrecken zurzeit gibt. Diese seien aber notwendig, um das Streckennetz in einen stabilen Zustand zu versetzen, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Karl-Peter Naumann, im SWR: „Das wird uns noch die nächsten Jahre beschäftigen. Beim Schienennetz ist in der Vergangenheit viel zu viel gespart und viel zu wenig getan worden.“

Ausfälle von Klimaanlagen könnten zurückgehen

Schlechte Presse bekam die Bahn im vergangenen Sommer wegen defekter Klimaanlagen: Passagiere kollabierten, Züge kamen zu spät. Karl-Peter Naumann zufolge hat die Bahn bei diesem Thema nachgebessert: „Die Bahn hat die Züge mit den ganz alten Klimaanlagen aus dem Verkehr gezogen. Die Sensibilität für das Thema ist deutlich gestiegen.“

Um die Zufriedenheit der Kunden nachhaltig zu verbessern, dürfte das nicht reichen. Langfristig braucht es mehr Verbindungen, mehr Strecken und eine höhere Pünktlichkeit.

„Wir erwarten eine saubere Ankündigung von Baustellen und vernünftig gerechnete Baustellenfahrpläne. Und wir erwarten auch, dass die Information bei Störungen besser wird. Denn wenn der Kunde wirklich gut informiert ist, akzeptiert er auch, dass der Zug wegen einer Baustelle eine halbe Stunde länger unterwegs ist. Das ist es, was die Bahn jetzt vor allem anderen angehen muss. Alles andere sind langfristige Pläne.“

Karl-Peter Naumann, Fahrgastverband "Pro Bahn"

Eine Mammutaufgabe. In einer Aufsichtsratssitzung der Bahn soll ein neues Zukunftskonzept beraten werden. Mit neuen Zügen und besseren Bahnhöfen soll die Pünktlichkeitsquote verbessert werden.

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