Engpass bei Wassersprudlern Darum werden die Tauschzylinder von Sodastream knapp

In vielen Geschäften sind die Tauschzylinder für Wassersprudler von Soda Stream vergriffen. Schuld daran ist das Wetter – aber auch ein knallharter Streit um Geschäftsinteressen.

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Wer in diesen Tagen einen Wasserzylinder von Sodastream eintauschen will, erntet an den meisten Orten nur Kopfschütteln. Egal ob bei Rewe, Media Markt oder Penny. Die Botschaft ist stets dieselbe: Derzeit nicht lieferbar.

Das hängt zum Teil mit dem heißen Wetter zu tun. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad haben viele Menschen großen Durst. Sprudelkartuschen sind daher gerade ein rares Gut.

Soda Stream liegt mit Händlern im Streit

Doch der Engpass hat weitere Ursachen und die liegen im betriebswirtschaftlichen Bereich. Der Hersteller Sodastream, der zum US-amerikanischen Pepsi-Konzern gehört, hat im Mai sein System umgestellt. Sodastream hat in diesem Zusammenhang auf Anfrage des SWR Lieferschwierigkeiten eingeräumt und sich dafür auch entschuldigt.

Anlässlich dieses Systemwechsels versucht Sodastream nun offenbar, seine Kunden stärker an die eigenen Produkte zu binden. Denn es gibt weitere Unternehmen, die die Sprudelzylinder herstellen. Diese sind mit Sodastream-Wasssersprudlern kompatibel, sind aber in der Regel rund 1,50 Euro günstiger als die Originale.

In der Regel erhalten Kunden eine gefüllte Sprudelkartusche nur im Tausch gegen eine aufgebrauchte. Sodastream versucht nun offenbar, den Geschäften den Tausch eines Originalzylinders gegen eine günstigere Variante zu untersagen – und droht dabei mit horrenden Strafen.

Händler nehmen Sodastream aus dem Sortiment

Ein Elektrofachhändler sagte gegenüber dem SWR, Sodastream habe ihm mit 60 Euro Strafe gedroht, sollte er an Sodastream-Kunden Imitate ausgeben. Zum Vergleich: Ein Sodastream Zylinder kostet im Tausch 8,45 Euro.

Vielen Geschäfte haben bereits reagiert: Die Drogeriemarktkette dm hat die Originalzylinder aus dem Sortiment genommen. Bei Karstadt will man offenbar auch den Sprudler selbst aus dem Sortiment nehmen. Der Grund seien die Vertragsbedingungen.

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