Elementarschäden Was decken Gebäudeversicherungen alles ab?

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Eine Gebäudeversicherung sollte für Schäden durch Feuer, Wasser oder sonstige Naturgewalten, aufkommen. Karl-Dieter Möller erklärt, worauf bei Policen zu achten ist.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Gebäudeversicherung sichert Immobilienbesitzer gegen die meisten Schäden von außen ab. Darunter fallen in der Regel Schäden bei einem Feuer durch Brand, Blitzeinschlag und Explosionen sowie Schäden durch Sturm, Hagel und Leitungswasser.

Bei einer Wohngebäudeversicherung sollte unbedingt auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert sein, da Versicherungen sonst in einigen Fällen nicht zahlen – denn beispielsweise eine brennende Kerze wird schnell mal vergessen. Auch empfiehlt es sich, einen gleitenden Neuwertversicherungstarif auszuwählen, da die Police so regelmäßig an den Wert des Hauses angepasst wird. Bei einer Zeitwertversicherungspolice kann es sein, dass der Schaden nicht vollständig ersetzt wird, wenn der Wert des Hauses gestiegen ist.

Was ergänzt eine Elementarversicherung?

Schäden durch Starkregen, Überschwemmungen, Rückstau, Erdrutsche, Lawinen und Schneedruck werden bei neuen Policen von Wohngebäudeversicherungen in der Regel nicht ersetzt. Hierfür gibt es Elementarversicherungen, die diese Lücke schließen. Die Versicherungsprämie für Starkregen, Überschwemmungen und Rückstau richten sich nach der ZÜRS-Skala und ist vom Risiko abhängig:

  • Gefährdungsklasse 1: nach gegenwärtiger Datenlage gegenwärtig nicht von Hochwasser größerer Gewässer betroffen
  • Gefährdungsklasse 2: Hochwasser seltener als einmal in 100 Jahren. Insbesondere Flächen, die bei einem sogenannten „extremen Hochwasser“ Hochwasser ebenfalls üverflutet sein können
  • Gefährdungsklasse 3: Hochwasser einmal in zehn bis 100 Jahren
  • Gefährdungsklasse 4: Hochwasser mindestens einmal in zehn Jahren

Mancherorts versichern einige Versicherungen beispielsweise Überschwemmungen bei zu hoher Gefährdungsklasse gar nicht mehr. Immobilienbesitzer sollten ihre alten Wohngebäudeversicherungsverträge überprüfen, ob diese Elementarschäden möglicherweise noch mitversichert sind.

Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer

Eine Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer springt für Haftpflichtschäden ein, wenn der Eigentümer das Gebäude nicht selbst bewohnt. Schäden, die etwa durch herunterfallende Dachziegeln entstehen, können schnell sehr teuer werden.

Auch wenn bei Handwerkerarbeiten Nachbargebäude oder Personen zu Schaden kommen, kann es sein, dass der Hausbesitzer dafür haften muss. Dies geschieht etwa, wenn der Handwerkerbetrieb Insolvenz anmeldet. Deswegen sollten sich Hausbesitzer vor der Auftragsvergabe den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung vom Betrieb zeigen lassen. Eine solche Versicherung ist sogar oftmals vorgeschrieben.

Hausratsversicherung

Eine Hausratsversicherung sichert alle beweglichen Gegenstände im Haus ab, also Möbel, Fernseher und Fahrräder. Sie haftet auch bei Diebstahl.

Private Haftpflichtversicherung: wichtig für Mieter

Eine Haftpflichtversicherung lohnt sich für Mieter. Wird aus Versehen das Parkett verkratzt, zerspringt ein Fenster oder wird eine Tür zerdellt, springt die Haftpflichtversicherung ein. Manche Vermieter verlangen von ihren Mietern auch einen Nachweis über eine Haftpflichtversicherung.

Versicherung kann im Schadensfall kündigen

Viele Kunden sind verwundert, wenn Versicherungen nach einem Schadensfall kündigen. Doch Verbraucher sind dann nicht machtlos: Sie können die Versicherung um eine Vertragssanierung oder eine Kündigungsumkehr bitten.

Stiftung Warentest hat verschiedene Versicherungen getestet

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