Flyer „Stopp dem Diebstahl!" und im Hintergrund ein Krankenhausflur (Foto: Getty Images, Montage SWR)

Diebstahl im Krankenhaus Wie Patienten nicht zum Diebstahl-Opfer werden

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Krankenhäuser sind „lukrativ“ für Diebe: Zwischen den Besuchern fallen sie nicht auf und schlagen zu, wenn Patienten nicht im Zimmer sind. Mit unseren Tipps kann man sich schützen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
21:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Immer wieder werden Patienten in Krankenhäusern Opfer von Dieben, die das Vertrauen oder die Hilfsbedürftigkeit der Menschen schamlos ausnutzen. Liegen Wertgegenstände im unverschlossenen Nachtschrank oder im frei zugänglichen Patientenschrank, haben die Kriminellen dabei besonders leichtes Spiel.

Auch das kleine abschließbare Fach für Wertgegenstände im Schank schützt nur, wenn der dazugehörige Schlüssel nicht in der Schublade des Nachtisches liegt.

Patientenzimmer, in denen sich gerade gar kein Patient aufhält, sind für Diebe besonders reizvoll, doch es geht auch noch dreister: Manche Täter nutzen auch die Arglosigkeit von Mitpatienten ganz gezielt aus.

Die Masche: Diebe geben sich als Bekannte des Mitpatienten aus 

Es handelt sich in der Regel um einen Einzeltäter, der ein Krankenzimmer betritt und zielstrebig zu einem Krankenbett geht, in dem sich gerade kein Patient befindet. Auf das leere Bett deutend, fragt er anwesende Zimmernachbarn, wo sich denn der Schrank dieses Patienten befindet, da er den Auftrag erhalten habe, dessen Geldbeutel zu holen, um beispielsweise etwas in der Cafeteria zu bezahlen. Meist gibt der Täter vor, ein Bekannter oder Verwandter des betreffenden Patienten zu sein.

Konnte er sogar noch einen Blick auf das Namensschild am Bett werfen, tritt er noch „souveräner“ auf, in dem er namentlich von dem nicht anwesenden Patienten spricht.

Daraufhin bekommt er fast immer die gewünschte Auskunft, sodass er sich am oft nicht abgeschlossenen Spind bedienen kann.

Es gibt sogar die Variante, dass Diebe zielstrebig - aber ohne mit den anwesenden Mitpatienten zu reden - an den Nachttisch eines leerstehenden Krankenbettes gehen, diesen öffnen, vorhandene Wertsachen einsammeln und verschwinden.

So schützen Sie ihr Eigentum  

Viele Patienten machen es den Dieben sehr einfach. Um sie auf die Gefahr aufmerksam zu machen und besser zu schützen, bekommen sie inzwischen in vielen Krankenhäusern Aufklärungsmaterial. Doch das ist längst nicht überall der Fall. Außerdem lohnt es sich, die Tipps des Weißen Ringes und der Polizei bereits im Vorfeld es Krankenhausaufenthaltes zu kennen.  

  • Größere Geldbeträge, Schmuck, Scheckkarten oder andere Wertsachen werden im Krankenhaus nicht benötigt! Geben Sie diese in die Obhut von Angehörigen oder guten Bekannten.
  • Alternativ kann man in manchen Einrichtungen Wertgegenstände auch bei der Verwaltung abgeben oder zum Beispiel das Pflegepersonal bitten, die Sachen bei einer Operation in Verwahrung zu nehmen.
  • Lassen Sie persönliche Dinge nie – also zum Beispiel auch nicht bei einem Gang auf die Zimmertoilette - unbeaufsichtigt im Krankenzimmer zurück.
  • Schließen Sie Ihre Wertsachen wie Laptops, Tablets, Mobiltelefone etc. immer weg. Nehmen Sie den Schlüssel Ihres Schließfaches immer mit oder geben sie ihn bei Operationen Angehörigen oder dem Personal.  
  • Schließen Sie immer die Tür – auch bei kurzfristiger Abwesenheit. Verlassene Zimmer locken Diebe an!
  • Sprechen Sie sich mit Mitpatienten ab, wenn Sie den Raum verlassen.
  • Achten Sie auch auf abgestellte Handtaschen oder abgelegte Garderobe Ihrer Mitpatienten.
  • Sprechen Sie fremde Personen in Ihrem Patientenzimmer an.
  • Melden Sie verdächtige Beobachtungen dem Pflegepersonal und jeden Diebstahl der Polizei!
  • Sollten Sie – trotz aller Vorsicht – Opfer einer Straftat geworden sein, wenden Sie sich vertrauensvoll an den Weißen Ring. Dort erhalten Sie schnelle und kostenlos Unterstützung.
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