Models in Jeans  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)

Der ökologische Fußabdruck einer Jeans So schlimm sind Jeans für die Umwelt

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Ja, es gibt sie: Bio-Jeans, die umweltverträglich unter fairen Bedingungen produziert wurden. Aber sie sind die Ausnahme. Warum Jeans meist zu viel Umweltverschmutzung führen.

Jeans werden hauptsächlich aus Baumwolle hergestellt. Unter den Textilien gilt die beliebte Jeans als eine der größten Ökosünden.

Baumwollanbau in Monokultur

Baumwolle wird seit Jahrtausenden angebaut, heutzutage vor allem in Monokultur und ohne Wechsel mit anderen Nutzpflanzen. Dabei kommen große Mengen an Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz. Die Folge für die Umwelt: Bienen und viele andere Insektenarten sterben, ihr Lebensraum wird immer knapper. Die Baumwollpflanze ist sehr durstig: Für die Herstellung einer einzigen Jeans sind zwischen 6.000 und 10.000 Liter Wasser nötig.

Wasserverbrauch und Einsatz von Chemikalien bei der Jeans-Produktion

Auch darüber hinaus belastet die Jeans-Produktion die Ressource Wasser. Denn um eine Jeans zu färben – und sie dann möglicherweise gleich wieder zu bleichen, weil diese Jeans-Optik gerade im Trend liegt – kommen viele Chemikalien zum Einsatz. In vielen der Produktionsländer, etwa Bangladesh oder China, werden diese Giftstoffe anschließend oft weitgehend ungefiltert ins Abwasser oder gleich in die Flüsse gespült. Die sind daraufhin häufig mit einem umfangreichen Cocktail von Chemikalien und Schwermetallen belastet.

Energie für die Herstellung und Schadstoffemissionen beim Transport

Die Herstellung des Garns, das Weben des Jeansstoffes sowie das Nähen und Bleichen verbrauchen eine Menge Energie. Genauso wie der Transport der fertigen Jeans aus den weit entfernten Herstellerländern zu uns nach Europa – meistens auf Frachtschiffen. Diese gelten als effizient in Bezug auf die transportierte Menge, weil sie weniger CO2 ausstoßen als andere Transportmittel – aber dafür produzieren sie eine Menge Luftschadstoffe wie etwa Schwefeloxide, Feinstaub, Stickoxide und Ruß.

Robuste Hose geht in Flammen auf

Theoretisch könnte eine Jeans ein Leben lang halten. Immerhin wurde sie vor knapp 150 Jahren als robuste Arbeiterhose entwickelt. Doch heute ist die Jeans ein modisches Kleidungsstück, das in immer kürzeren Abständen ausgetauscht wird. Die entsorgten Jeans landen bestenfalls im Second-hand-Laden, möglicherweise auch im Altkleider-Container, schlimmstenfalls aber im Müll. Das Kleidungsstück, das so viele Ressourcen verbraucht und einen so großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen hat, wird am Ende schließlich einfach verbrannt.

Fair produzierte Kleidung

Nachhaltig und fair produzierte Kleidung kostet in der Regel nicht mehr als gängige Markenware. An der Einführung des "Grünen Knopf", dem staatlichen Label für ökologisch und gerecht hergestellte Mode, haben sich auch Ketten und Discounter beteiligt, sodass auch dort bald mit preiswerter und fair hergestellter Mode zu rechnen ist.

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