Papier liegt auf Gras (Foto: Colourbox)

Umweltfreundliches Papier Gras in Papier spart CO2

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Altpapier hat eine bessere Umweltbilanz als normales Papier. Wenn Gras, genauer gesagt Heu, in Papier verarbeitet wird, spart das nochmal CO2. Bis zu 75 Prozent CO2 können eingespart werden.

Papier besteht normalerweise aus Zellstoff, der aus Holz oder Altpapier gewonnen wird. Mehrere Unternehmen bieten nun Papier an, das auch mit Hilfe von Gras bzw. Heu hergestellt wird. So kann der CO2-Ausstoß des Papiers deutlich gesenkt werden.

Gras in Papier spart bis zu 75 Prozent CO2

Graspapier besteht zu einer Hälfte aus Gras, die andere Hälfte des benötigten Zellstoffs kommt entweder aus Holz oder aus Altpapier. Bisher liegt der Grasanteil bei rund 40 Prozent. Das Ziel mancher Unternehmen liegt bei einem Anteil von 60 Prozent Gras.

Bei der Produktion von Papier, das aus Holz hergestellt wird, entstehen 519 Kilogramm CO2 pro Tonne Papier. Die CO2-Emissionen kann man mit der von einer Tonne Stahl vergleichen, sagt SWR Umweltexpertin Susanne Henn. Wird bei der Papierproduktion Gras verwendet, entstehen etwa 75 Prozent weniger CO2-Emissionen. Im Vergleich zu Altpapier spart Graspapier 25 Prozent CO2 ein.

Und nicht nur die CO2-Einsparungen sind groß. Auch der Wasserverbrauch sinkt deutlich, wenn bei der Papierproduktion Gras eingesetzt wird: Eine Tonne reines Graspapier verbraucht etwa zwei Liter Wasser, eine Tonne Papier aus Holz dagegen mindestens 5.000 Liter. Noch ein Vorteil: Das Graspapier kann im Altpapier oder Kompost entsorgt werden.

Graspapier ist Nischenprodukt

Bisher ist das Graspapier noch ein Nischenprodukt. Nur wenige Hersteller stellen dieses Papier her. Derzeit wird es überwiegend im Verpackungsbereich eingesetzt. Vor allem der Einzelhandel nutzt es, um Obst, Gemüse oder Eier zu verpacken. Auch als Kaffee-Becher, Wrappapier oder Papiertüte kann es eingesetzt werden. Auch Briefpapier aus Heu gibt es bereits.

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