Touristen genießen die Sonne am Strand Playa de Palma am 03.05.2016 in Arenal (Spanien) bei Palma de Mallorca. (Foto: dpa Bildfunk, SWR, Picture Alliance)

Urlauber-Abzocke auf Gran Canaria Teurer Urlaub statt Rubbellos-Gewinn

Vorsicht vor geschenkten Rubbellosen im Urlaub: Vermeintliche Gewinner landen oft auf Verkaufsveranstaltungen und werden bedrängt, viel Geld für dubiose Verträge zu bezahlen.

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Sendedatum
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21:00 Uhr
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SWR Fernsehen

Erst angeblicher Hauptgewinn, dann Abzock-Versuch: Das Europäische Verbraucherzentrum warnt vor einer fiesen Betrugsmasche auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria. Betroffen sind vor allem die Urlauber-Hot-Spots Puerto de Mogan und Playa del Ingles auf Gran Canaria. Losanbieter schenken dort Urlaubern auf der Straße Rubbellose. Und, kaum zu glauben: Das Los ist ein Hauptgewinn. Eine Smartwatch, ein Handy oder ein Tablet habe man gewonnen. Man könne sich den Preis sogar sofort abholen.

Wer jetzt allerdings in das gleich herbeigerufene Taxi einsteigt, ist mittendrin - in der Verkaufsveranstaltung. Denn das Taxi bringt die Urlauber in eine teure Hotelanlage. Und dort bietet ein Verkäufer nicht etwa den versprochenen Gewinn an, sondern stattdessen teure Urlaubs-, Unterkunftsgutscheine oder Voucher.

Ein älterer Mann kratzt im Juni 2015 ein Rubbellos auf. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Dreimal gekrazt - und schon gewonnen! Verdächtig oft ziehen die Urlauber bei der Abzock-Masche auf den Kanaren dann einen Hauptgewinn. Picture Alliance

Teurer Urlaub statt Hauptgewinn

Die Urlauber werden laut des Europäischen Verbraucherschutzzentrums (EVZ Deutschland) mit unseriösen Verkaufspraktiken „bearbeitet", um die meist teuren Angebote zu buchen.

Zeit, den Vertrag in Ruhe durchzulesen, das Angebot durchzurechnen oder eine Nacht darüber zu schlafen gibt es nicht. Äußern die Urlauber ihr Misstrauen, zerstreut es der Gesprächspartner geschickt. Bringt das nicht den gewünschten Erfolg, kommen neue Verkäufer hinzu. Das Drama beginnt dann meist von vorn: weitere stundenlange Gespräche, so das EVZ Deutschland.

Wer den Vertrag unterschreibt, soll sofort eine hohe Anzahlung leisten - in bar. Oder man wird persönlich zum Geldautomaten begleitet.

Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken läuten, denn ein Anbieter, der seine Kunden so unter Druck setzt, kann nicht seriös sein.

Probleme mit Hotel-Gutscheinen

Urlauber, die auf die Masche hereingefallen sind, berichten zudem von Problemen mit den Gutscheinen. Sie konnten nicht aktiviert werden, die Unterkunft war zum gewünschten Zeitraum nicht frei beziehungsweise nie verfügbar. Oder das Hotel konnte nur gebucht werden, wenn die Urlauber noch einmal vor Ort an einer Verkaufsveranstaltung teilnahmen. 

Den Vertrag wieder zu lösen, ist möglich, aber nicht einfach. Denn die Verträge sehen laut EVZ gar kein Widerrufs-, Rücktritts-, Kündigungs- oder Stornierungsrecht vor. Aber, so das EVZ, ist "in einem Großteil der Fälle ein Widerruf auf Grundlage der Verbraucherrechte-Richtlinie möglich". Wer mit Kreditkarte bezahlt und sein Geld über die Bank zurückholen will, kann ebenso Probleme bekommen, denn einige Kreditinstitute lehnen eine Rückbuchung ab.

Senioren sitzen im Mai 2016 auf einer Bank an der Playa de Palma in S'Arenal bei Palma de Mallorca und schauen auf das Meer und die Touristen am Strand (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Bevorzugt an der Strandpromenade werden Touristen von den Rubbellos-Betrügern angesprochen, warnen Verbraucherschützer. Picture Alliance

So können Sie sich schützen

So verlockend der Losgewinn auch erscheint: Von der Verkaufsveranstaltung sollten Sie sich fernhalten. Und im Idealfall die Rubbellosverkäufer ignorieren.

  • keine Rubellose annehmen
  • nicht ins herbeigerufene Taxi einsteigen
  • nichts unterschreiben
  • keine Anzahlung leisten
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