Besondere Adventskalender Abzocke oder Schnäppchen?

Marktcheck macht den Test

Pünktlich zur Adventszeit wird der Handel mit Adventskalendern geflutet - gefüllt zum Beispiel mit Schokolade oder Kosmetika. Werden Verbraucher abgezockt oder profitieren sie?

Dauer

Kalender von Drogeriemärkten, Kaffeekapselherstellern oder Müsliproduzenten: Anscheinend wollen immer mehr Unternehmen ihre Produkte in 24 vorweihnachtlichen Häppchen an den Kunden bringen.

Adventskalender mit Kosmetika

Für die Hersteller ist das ein lohnendes Extra-Geschäft. Ein Adventskalender von dm kostet fast 28 Euro, ein Kalender mit Nagellack von Essi sogar fast 50 Euro, so viel wie ein Herrenkalender von Douglas. Der Pflegekalender vom Kosmetik-Hersteller Babor liegt sogar bei fast 70 Euro.

Vergleichsweise günstig

Kommen die Kunden damit wirklich auf ihre Kosten? Wir rechnen nach und sind überrascht: Bei allen unseren Kosmetikkalendern haben wir einen guten Deal gemacht.

Adventskalender von dm (Foto: SWR, SWR -)
Mit dem dm-Adventskalender spart man sogar gegenüber Einzelkäufen. SWR -

So sind beispielsweise im Essi-Kalender (Kaufpreis: rund 50 Euro) Nagellacke und Pflegeprodukte im Wert von etwa 92 Euro enthalten. Beim dm-Kalender spart der Kunde gleich 50 Prozent im Vergleich zu den Einzelprodukten aus dem Laden.

Und auch der Babor-Kalender (Kaufpreis: rund 70 Euro) enthält Schönheits-Ampullen im Wert von etwa 134 Euro.

Restbestände und neue Produkte

Häufig nutzen die Hersteller die Chance, in Adventskalendern Restbestände unterzubringen, so Handelsexperte Prof. Andreas Kaapke von der Dualen Hochschule BW. Darunter fallen zum Beispiel Produkte, die nicht mehr hergestellt werden. Beliebt sei aber auch, ganz neue Produkte in die Kalender zu packen, um zu testen, wie sie beim Kunden ankommen.

Teure Süßigkeiten-Kalender

Anders als bei den Kosmetika sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Kalendern mit Schokolade oder Knabberzeug aus. Der Inhalt eines Celebrations-Kalenders (gekauft für 6,80 Euro) ist im Vergleich zum Inhalt der normalen Packung um 96 Prozent teurer. Bei Rittersport (7,99 Euro) sind es sogar 157 Prozent im Vergleich zu einer einfachen Schokowürfel-Packung.

Besonders deutlich wird der Preisaufschlag bei Ferreros "Besten". Der Kalender (Preis: 12,99 Euro) kostet gut 260 Prozent mehr, als wenn man Rocher, Mon Cherie und Ferrero Küsschen in normalen Packungen kauft.

Überhaupt nicht lohnt sich der salzige Kalender von Funny Frisch. Die kleinen Tütchen kosten im Vergleich zu den regulären großen Chipstüten insgesamt ganze 365 Prozent mehr.

Hersteller: Höhere Kosten

Die Hersteller rechtfertigen den hohen Preis ihrer Kalender mit einem höheren Verpackungs-, Produktions-, Lager-, und Transportaufwand. Für Verbraucherschützerin Christiane Manthey ist das keine ausreichende Erklärung. Sie kann solch enorme Preisunterschiede nicht nachvollziehen. "Natürlich dient Weihnachten der Absatzförderung der Hersteller", so Manthey.

Im Zweifelsfall ist da der selbstgemachte Adventskalender die bessere Wahl. Wir haben einige Bastel-Anregungen für Sie zusammengestellt:

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder

Filmautor: Janika Müller, Julian Gräfe | Online: Sola Hülsewig
© SWR Marktcheck

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