Benzinpreise Wie tanke ich am günstigsten?

Die Spritpreise steigen kontinuierlich - zudem variieren sie an der Zapfsäule täglich so oft, dass man leicht den Überblick verliert.

Dauer

Ein aktueller Preisvergleich des ADAC zeigt seit März einen Anstieg von zwölf bis 15 Cent bei E10 und Diesel. Das entspricht einem Plus von fast 13 Prozent.

Hinzu kommt, dass die Preise für Sprit von Tankstelle zu Tankstelle zum Teil stark variieren. Wir finden den Liter Diesel bei einer Tankstelle in Trier für 1,46 Euro. In Daaden kostet der Liter nur 1,23 Euro - ein Unterschied von 23 Cent innerhalb eines Bundeslandes.

Diesel im Südwesten am teuersten

Ähnlich ist es in Baden-Württemberg. In Baden-Baden finden wir die teuerste Tankstelle mit 1,38 für den Liter Diesel. In Allmendingen kostet dieselbe Menge ganze 13 Cent weniger.

Laut ADAC sind die Dieselpreise im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg am höchsten von allen Bundesländern.

Preise ändern sich zum Teil stündlich

Doch selbst an ein und derselben Tankstelle schwanken die Preise enorm. Wir beobachten über einen Tag hinweg eine Tankstelle in Mainz. Ganze elf Mal verändert sich der Preis für Diesel.

Zapfsäulen einer Tankstelle scharf und unscharf nebeneinander fotografiert. (Foto: Imago, Imago/Christoph Hardt -)
Innerhalb ein und derselben Tankstelle schwanken die Preise zum Teil stündlich. Imago Imago/Christoph Hardt -

An einer großen Markentankstelle in Frankfurt treffen wir einen Mitarbeiter, der uns erzählt, dass sich der Benzinpreis an manchen Tagen sogar innerhalb einer Stunde mehrfach ändern kann. "Das ist reine Verwirrungstaktik der Ölkonzerne", so der Mitarbeiter.

Besonders teuer im Berufsverkehr

Ein weiterer Tankstellen-Pächter verrät uns, dass die häufigen Änderungen gezielt eingesetzt werden. "Alleine an einem Vormittag ändert sich an meiner Tankstelle der Literpreis im Schnitt um zwölf Cent. Das wird automatisch von der Zentrale gesteuert", erzählt der Insider. "Morgens ist das Benzin besonders teuer, damit die Pendler auf dem Weg zur Arbeit abkassiert werden. Das gleiche dann abends gegen 17 Uhr. Da ist wieder viel Verkehr und dann wird wieder der Preis erhöht."

Karte von Rheinland-Pfalz mit Benzinpreisen in Daaden und Trier (Foto: SWR, SWR -)
Innerhalb eines Bundeslandes sind große Preisunterschiede möglich. SWR -

Wer also zum richtigen Zeitpunkt tankt, könne richtig sparen. Bis zu zwölf Cent pro Liter seien drin, erzählt er uns.

Anzahl der Preisänderungen hat zugenommen

Seit Jahren beobachtet der ADAC die Preisentwicklung an den Tankstellen. "Es gibt kein Produkt in Deutschland, bei dem sich der Preis jeden Tag auch nur annähernd so verändert wie beim Benzinpreis", sagt Cornelius Blanke vom ADAC.

Seit 2013 müssen die Tankstellen in Deutschland jede Preisänderung innerhalb von fünf Minuten an die Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt melden. Regelmäßig veröffentlicht das Amt einen Jahresbericht zur Benzinpreisentwicklung. Auch dort hat man festgestellt: "Die durchschnittliche Anzahl der Preisveränderungen hat zugenommen." Eigentlich wollte man mit dieser Meldepflicht den Preisvergleich erleichtern. Doch stattdessen haben viele Autofahrer den Überblick verloren.

Wann sollte man tanken?

Tatsächlich sind die Preise in der Zeit zwischen dem Berufsverkehr am günstigsten. Etwa zwischen neun und zwölf, zwischen 14 und 16 Uhr sowie am Abend zwischen 20 und 21 Uhr.

Preisbewusste Autofahrer können sich mit Spritspar-Apps informieren und Preise vergleichen. Die Apps greifen alle auf die Daten des Bundeskartellamts zu und sind aktuell. Auch der ADAC rät den Autofahrern, Apps zu benutzen, um die günstigste Tankstelle in der Nähe zu finden und die Preise stets im Auge zu behalten.

Weitere Spartipps

Zusätzlich lässt sich beispielsweise durch eine energiesparende Fahrweise eine Menge Sprit sparen. Der ADAC hat Tipps für Autofahrer zusammengestellt:

  • Schalten Sie nicht benötigte Geräte ab (zum Beispiel Klimaanlage, Gebläse, Sitzheizung, Heckscheibenheizung, Zusatzscheinwerfer)
  • Montieren Sie Dach- und Heckträger umgehend nach Gebrauch wieder ab
  • Der Fahrradtransport am Fahrzeugheck bietet Verbrauchsvorteile gegenüber dem Fahrzeugdach
  • Entfernen Sie unnötigen Ballast
  • Kontrollieren Sie den Reifenluftdruck regelmäßig
  • Geben Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig zur Inspektion
  • Verwenden Sie die vom Fahrzeughersteller vorgesehenen kraftstoffsparenden Ölqualitäten
  • Achten Sie beim Reifenkauf auf geringen Rollwiderstand
  • Vermeiden Sie Kurzstreckenbetrieb
  • Warmlaufenlassen des Motors ist grundsätzlich unnötig und daher verboten
  • Tipps in der Bedienungsanleitung und gegebenenfalls von Verbrauch- und Schaltanzeige beachten
  • Fahrweise optimieren - rechtzeitig hochschalten, vorausschauend fahren

Filmautoren: Wolfgang Weber, Judith Seitz | Online: Sola Hülsewig
© SWR Marktcheck

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