Bei Anruf Abzocke Unseriöse Call-Center schieben Verbrauchern Stromverträge unter

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Immer mehr Beschwerden: Manche Stromanbieter beschäftigen offenbar unseriöse Call-Center, die mit verbotener Telefonwerbung Verbrauchern Verträge unterschieben. Das können Sie tun.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
21:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Im vergangenen Jahr gab es bei der Bundesnetzagentur 62.247 Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung, der Großteil davon zum Thema Energie. Oftmals rufen Callcenter Verbraucher an und versuchen ihnen neue Stromverträge unterzuschieben. Viele Menschen merken während des meist geschickt geführten Telefonats nicht einmal, dass es gerade um ein Gespräch zum Thema Stromanbieter geht.

Einmal ist es so, dass während des Gespräches überhaupt kein Bezug zum Thema Energie zu erkennen ist und trotzdem ein Vertrag ins Haus flattert. Manchmal ist es so, dass tatsächlich ein Angebot unterbreitet wird und der Angerufene das im besten Fall sogar merkt. Manchmal ist es aber auch so, dass andere Gründe vorgeschoben werden, wie z.B. eine Umfrage, um dem Angerufenen gewisse Daten, wie z.B. eine Zählernummer zu entlocken.

Sonja Guettat, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Viele Verbraucher merken erst, was passiert ist, wenn ein Willkommensbrief des neuen Stromanbieters oder die Kündigungsbestätigung des alten Versorgers im Briefkasten liegt.

Das können Sie während des Telefonats machen

Die Verbraucherzentrale rät, drei einfache Fragen zu stellen, um illegale Telefonwerbung zu erkennen:

  • „Mit wem spreche ich?“
  • „Für welches Unternehmen rufen Sie an?“
  • „Was ist der Grund Ihres Anrufs?“

Spätestens wenn der Anrufer Dinge wie Zähler- oder Kundennummer erfragt, sollten Verbraucher skeptisch werden. Verbraucherschützer empfehlen bei unseriöser Telefonwerbung einfach aufzulegen.

So können Sie sich wehren, wenn ein Vertrag schon untergeschoben wurde

Verbraucherschützer empfehlen, sofort zu widersprechen. Innerhalb von 14 Tagen gibt es bei Verträgen ein Widerrufsrecht. Dadurch kommt man wieder unkompliziert und ohne eine Begründung aus Verträgen raus. Die Frist beginnt dann, wenn man darüber belehrt wurde, dass es dieses Widerrufsrecht gibt , meist geschieht das mit der Zustellung des Vertrags.

Wenn die Widerrufsfrist bereits verstrichen ist, dann sollte ich mich trotzdem wehren, denn es ist ja immer noch höchst fraglich, ob am Telefon überhaupt ein gültiger Vertrag geschlossen wurde. Oft haben Verbraucher ja gar nichts davon mitbekommen, dachten es ginge nur um ein Angebot oder sogar einfach nur um eine Umfrage. Grundsätzlich muss der Anbieter beweisen, dass ein gültiger Vertrag vorliegt.

Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen

Wenn Sie Opfer unerlaubter Telefonwerbung geworden sind, können Sie bei der Bundesnetzagentur Beschwerde einreichen. Um die Beschwerde zu bearbeiten, benötigt die Bundesnetzagentur folgende Angaben von Ihnen:

  • Ihre persönlichen Daten und die Nummer des Anrufers, die auf dem Display erschienen ist,
  • den Namen des Anrufers sowie die Dienstleistungen oder Produkte, für die geworben wurden,
  • Auskunft, ob Sie dem Unternehmen die Erlaubnis gegeben haben, Werbeanrufe zu tätigen,
  • eine detaillierte Gesprächsbeschreibung sowie Unterlagen, die im Zusammenhang mit dem Gespräch stehen (Vertragsunterlagen, Prospekte, Schriftverkehr,...).

Die Beschwerde kann sowohl online als auch auf dem Postweg eingereicht werden. Das Formular zum Download finden Sie hier.

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