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Urlaub 2021: Viele sehnen sich nach Erholung. Doch die Hotels in Deutschland sind zu. Flugreisende aus dem Ausland müssen einen Test machen. Auch mit dem Auto ist Urlaub schwierig.

Die Regierung rät weiterhin von Reisen im In- und Ausland ab. Ein Reise-Verbot gibt es zwar nicht, aber Übernachtungen in Hotels, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen sind in Deutschland nicht möglich. Tagesausflüge bleiben grundsätzlich erlaubt, wobei auch hier Bund und Länder zu Vorsicht raten. Außerdem gelten in einzelnen Bundesländern und Landkreisen unterschiedliche Regelungen für Tagesgäste.

Testpflicht gilt nicht nur für Flugreisen

Für Reisende, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, sind nicht nur Flüge, sondern auch Einreisen mit anderen Verkehrsmitteln betroffen: Hier gelten weiterhin Corona-Test- und Quarantäneregeln. Die Liste der aktuellen Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebiete ist auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts zu finden. Bestimmte Personengruppen, etwa Berufspendler, sind meist von der Regel ausgenommen.

Da fast alle europäischen Länder Hochrisikogebiet sind, gilt also für Rückkehrer nach Deutschland an der Grenze eine Testpflicht sowie eine Quarantäne von 10 bis 14 Tagen, je nach Bundesland. Die Urlaubsdiskussion ist deshalb recht theoretisch.

Die Grenzen sind offen, aber...

Von deutscher Seite aus sind alle Grenzen offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich.

Ob es sinnvoll ist, momentan zu reisen, ist die eine Frage. Mit dem Auto über Ostern für ein paar Tage in ein Nachbarland zu fahren, ist im Moment auch kaum möglich - mit Ausnahme der Schweiz.

Mit dem Auto über Ostern kurzfristig in die beliebtesten Urlaubsländer

Wir haben die Einreiseregelungen für fünf beliebte Urlaubsziele und Nachbarländer zusammengefasst, die mit dem Auto zu erreichen sind. Kurzfristige Änderungen sind immer möglich.

  • Über die Grenze nach Frankreich

Urlaubsfahrten sind nur eingeschränkt möglich. Ganz Frankreich gilt als Risikogebiet mit Reisewarnung. Das Departement Moselle an der Grenze zum Saarland und Rheinland-Pfalz ist zusätzlich Virusvarianten-Gebiet. Bei der Einreise nach Frankreich muss ein PCR-Test vorliegen, nicht älter als 72 Stunden und ein ausgefülltes sogenanntes Gesundheitsformular. Dann gilt keine Quarantäne. Aber die Einreise darf nur zwischen 6 und 19 Uhr erfolgen, und auch nur in diesem Zeitraum darf ich mich in Frankreich frei bewegen.

  • Reise in die Niederlande

Auch hier gilt: Risikogebiet und Reisewarnung. Ist der verpflichtende PCR-Test bei der Einreise älter als 24 Stunden, muss zusätzlich ein negativer Schnelltest vorgelegt werden. Trotzdem gilt anschließend eine zehntägige Quarantäne, die aber laut niederländischer Regierung auch in einer Ferienunterkunft verbracht werden darf. Sie kann nach fünf Tagen durch einen weiteren Test beendet werden. Bis zum 20. April läuft ein landesweiter Lockdown mit nächtlicher Ausgangssperre.

  • Urlaub in der Schweiz

Obwohl alle Kantone als Risikogebiete gelten, verbunden mit der entsprechenden Reisewarnung, sind Autoreisen in die Schweiz grundsätzlich möglich. Nur Reisende aus Thüringen benötigen einen negativen PCR-Test, und nur für sie gilt auch die zehntägige Quarantänepflicht. Dennoch befindet sich auch die Schweiz im Lockdown. Über die Öffnung von Hotels entscheiden die einzelnen Kantone.

  • Ferien in Österreich

Die Grenzen sind zwar offen, aber die Einreisebestimmungen nochmal verschärft worden. Urlaub in Österreich ist damit eigentlich unmöglich. Das Land ist Risikogebiet, es gilt die übliche Reisewarnung. Wer aus Deutschland kommt, benötigt einen negativen PCR- oder Antigentest und muss trotzdem zehn Tage in Quarantäne. Die kann durch einen weiteren negativen Test verkürzt werden. Die Durchreise ohne Zwischenstopp ist allerdings möglich, zum Beispiel nach…

  • Italien als Reiseziel

Aktuell hat die Regierung fünf Tage Quarantäne für alle EU-Einreisenden verordnet. Bei Grenzübertritt muss ein PCR- oder Antigentest vorliegen, der nicht älter ist als zwei Tage. Außerdem ein vorab ausgefülltes spezielles Einreise-Formular. Vor Ort angekommen, muss dem italienischen Gesundheitsamt die Einreise gemeldet werden. Eine Weiterreise innerhalb des Landes ist verboten. Das Reiseziel muss also dort liegen, wo auch die Einreise stattfindet.

Rückkehr nach Deutschland mit dem Flugzeug

Wer jetzt mit dem Flugzeug aus dem Ausland nach Deutschland einreisen will, muss ab dem 30. März vor seinem Flug einen Corona-Test machen. Ausgenommen sind Kinder bis fünf Jahre. Die Corona-Testpflicht gilt unabhängig von der Inzidenz des Urlaubsgebietes. Wer der Fluggesellschaft keinen entsprechenden Nachweis vorlegen kann, darf nicht befördert werden.

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Flugreisende müssen den Corona-Test selbst bezahlen

Die Kosten der Tests tragen die Flugreisenden selbst. Ob einzelne Reiseveranstalter die Kosten für ihre Kunden übernehmen wollen, ist noch unklar. An einigen Flughäfen werden bereits Corona-Tests angeboten. Für Mallorca-Urlauber etwa gibt es am Flughafen Palma ein Testzentrum. Angeboten werden dort PCR-Tests und Antigentests. Das Ergebnis des rund 70 Euro-teuren PCR-Tests soll nach 30 bis 90 Minuten vorliegen. Der Test selbst soll bei der Einreise nach Deutschland nicht älter als 48 Stunden sein. Schnelltests - beispielsweise aus Drogeriemärkten - sind nicht gültig. Die Test-Regel gilt vorerst bis einschließlich 12. Mai.

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Kosten für eine Quarantäne übernehmen Corona-Versicherungen

Die Kosten für die Quarantäne werden bei einer Pauschalreise meist vom Reiseveranstalter übernommen. Beispielsweise bieten Tui und Fti für diesen Fall spezielle Corona-Versicherungen an.

Individualreisende haben wohl das Nachsehen. Sie werden bei einer Infektion mit Corona in der Regel auf den Kosten sitzen bleiben. Viele Reiseversicherungen haben 2020 die Pandemie-Klausel aus den Verträgen gestrichen. Sie enthielt unter anderem die Kostenübernahme der Unterbringung im Krankheitsfall.

Digitaler EU-Impfnachweis soll Urlaub retten

Der digitale europäische Impfnachweis soll nach dem Willen der EU-Kommission vor den Sommerferien fertig sein.Vor allem Urlaubsländer wie Spanien, Italien oder Portugal hoffen, dass sie damit die Hauptsaison noch retten können. Neben Informationen über eine Corona-Impfung soll das Dokument aktuelle Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten.

Der Nachweis ist in erster Linie als digitales Dokument für Smartphones gedacht. Der Gesetzentwurf sieht aber auch die Möglichkeit vor, es auszudrucken. Wichtig ist dabei, dass ein Barcode gescannt werden kann, um die Echtheit zu prüfen. Das Dokument soll in der jeweiligen Landessprache und auf Englisch ausgestellt werden.

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