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Denis Scheck diskutiert im lesenswert Quartett mit Insa Wilke, Ijoma Mangold und als Gast der Schriftstellerin und Übersetzerin Antje Rávik Strubel über Bücher von Judith Hermann, Charlie Kaufman, Joshua Groß und Nastassja Martin.

Judith Hermann: Daheim

Eine Frau lässt ihr früheres Leben hinter sich und zieht in ein Haus an der Küste. In Briefen an ihren Exmann erzählt sie, wie es ihr in ihrem neuen Leben ergeht. Vorsichtige Freundschaften entstehen und bald stellt sich die Frage, ob sie heimisch werden könnte oder weiterziehen soll. Judith Hermann schreibt über den Aufbruch in ein anderes Leben, über Erinnerungen, Entscheidungen und die kleinen, aber entscheidenden Prozesse der Verschiebung.

Charlie Kaufman: Ameisig

Der Filmkritiker B. Rosenberg, der weder Geschlecht noch Vorname haben will und sich vehement gegen die Unterstellung, er sei Jude, wehrt, stößt auf den längsten jemals gedrehten Film. Dieses ungesehene Meisterwerk eines schwarzen Regisseurs will er der Welt zeigen, doch es geht in Flammen auf und B. kann den Film nur noch nachträumen.

Der erste Roman des Oscar-Preisträgers Charlie Kaufman sprengt jegliche Erzählkonventionen – ein unendlicher Spaß.

Joshua Groß: Entkommen

Joshua Groß, der Autor, Erzähler und Figur zugleich ist, notiert und erfindet Geschichten, die immer wieder verblüffende Wendungen nehmen: Ein Wrestler verschwindet, verschickt aber weiterhin bedeutsame Nachrichten und eine rätselhafte Professorin entdeckt ihre Faszination für einen uralten Baum. Und auch Lil Wayne, Werner Herzog und Marcus Steinweg treten in den Erzählungen auf, die einen ganz eigenen Sinn für Realität hervorbringen und von Humor und Tiefgang bis zur Entgrenzung vorangetrieben werden.

Nastassja Martin: An das Wilde glauben

Auf einer Forschungsreise auf der russischen Halbinsel Kamtschatka wird die Anthropologin Nastassja Martin von einem Bären angegriffen und ins Gesicht gebissen. Sie gerät in einen Zustand versehrter Identität und erfährt am eigenen Leib, was sie zuvor als Wissenschaftlerin in den Bräuchen und Kosmologien der Ewenen studierte: Die animistische Durchmischung von allem. Nach einer qualvollen Genesungsgeschichte in verschiedenen Krankenhäusern findet Nastassja Martin schließlich durch Träume und Erinnerungen Heilung in sich selbst und der Wildnis.

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